David Petraeus : CIA-Chef tritt wegen außerehelicher Affäre zurück

David Petraeus
CIA-Chef tritt wegen außerehelicher Affäre zurück

Er galt als Vorbild an Redlichkeit und Tapferkeit: CIA-Chef David Petraeus gibt nach einem privaten Fehltritt sein Amt auf. Er selbst spricht von „inakzeptablem Verhalten“. Ein schwerer Rückschlag für US-Präsident Obama.
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WashingtonDer hoch dekorierte Ex-General David Petraeus ist nach nur einem Jahr als Chef des US-Geheimdienstes CIA zurückgetreten. Als Grund nannte der 60-Jährige eine außereheliche Affäre. Präsident Barack Obama würdigte in einer Erklärung die langjährigen Verdienste von Petraeus und bestätigte den Rücktritt. Der frühere Oberbefehlshaber im Irak und in Afghanistan teilte in einem Schreiben an seine Mitarbeiter mit, er habe um seine Demission gebeten. Der CIA war zuletzt im Zusammenhang mit der Ermordung des US-Botschafters in Libyen eine falsche Informationspolitik vorgeworfen worden.

Obama ging in seiner Erklärung nicht auf die Gründe für den Rücktritt ein. Experten werteten das Ausscheiden von Petraeus so kurz nach Obamas Wiederwahl als einen schweren Schlag für den Präsidenten. Petraeus war auch als Kandidat für ein Ministeramt in der neuen Regierung gehandelt worden. Als kommissarischer Nachfolger bei der CIA wurde Petraeus bisheriger Stellvertreter Michael Morell benannt.

„Nach über 37 Ehejahren habe ich ein extrem schlechtes Urteilsvermögen gezeigt, indem ich eine außereheliche Beziehung unterhielt“, schrieb der General an seine Mitarbeiter. „Ein solches Verhalten ist nicht zu rechtfertigen, weder als Ehemann noch als der Leiter einer Organisation wie unserer.“

Petraeus gilt als Amerikas berühmtester lebender General. Er hatte im Irakkrieg die 101. Luftlandedivision nach Bagdad geführt und die US-Truppen im Irak befehligt. Später übernahm er das Oberkommando in Afghanistan. Seine Ernennung zum CIA-Chef im September 2011 wurde auch von den Republikanern unterstützt.

„David Petraeus hat den USA über Jahrzehnten außerordentliche Dienste geleistet“, hieß es in Obamas Erklärung. Petraeus habe den US-Streitkräften geholfen, sich neuen Herausforderungen anzupassen, die Männer und Frauen in Uniform durch die Kriege im Irak und in Afghanistan geführt und dazu beigetragen, beide Einsätze „auf den Weg zu einem verantwortungsvollen Ende“ zu führen.

Bei der CIA habe Petraeus dann weiter mit „charakteristischer intellektueller Präzision, mit Hingabe und Patriotismus“ gedient, fuhr Obama fort. „David Petraeus hat unser Land sicherer gemacht.“

Petraeus sollte in der kommenden Woche vor einem Kongressausschuss über die Vorkommnisse in Bengasi aussagen. Nach dem Anschlag auf das US-Konsulat am 11. September in der libyschen Stadt hatte die CIA Präsident Obama angeblich unzutreffend über die Hintergründe des Attentats informiert.

Der Anschlag, bei dem der US-Botschafter und drei weitere Amerikaner getötet worden waren, war später zum Wahlkampfthema geworden. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney warf Obama Fehleinschätzung und Irreführung im Fall Bengasi vor.

Nach dem Anschlag hatte die CIA Obama tagelang versichert, die Attacke sei aus einer spontanen Protestaktion erwachsen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich aber um einen geplanten Terroranschlag von islamischen Extremisten am Jahrestag der Anschläge gegen die USA vom 11. September 2001. CIA-Kreise hatten sich damit gerechtfertigt, dass ihre Angaben zum damaligen Zeitpunkt dem Kenntnisstand entsprachen.

Kommentare zu " David Petraeus : CIA-Chef tritt wegen außerehelicher Affäre zurück"

Alle Kommentare
  • Endlich haben die WARDIALER im VoIP-Internet freie Hand! (natürlich wurde der im letzten Moment begandigt, Schuld ist wie immer die IT).

    http://i56.tinypic.com/ruy455.jpg
    http://bilder.t-online.de/b/59/63/15/30/id_59631530/tid_da/todesstrafe-in-den-usa.jpg

    Und jetzt SPAMme ich für den Strafzettel wegen FAlschpareksn den ich nicht einsehe das Postfach der GERICHTEs mit amnesty iternational Mails.

    Und dann schicke ich den Abgeorndeten Pakte mit Drogen und rufe die Drogenfahndung an solbald der Postbote im Anmarsch ist.

  • hat er nicht immer vor einem krieg gegen den iran gewarnt?

  • Reinstes Science Fiction:
    2012: Die Vorstellung, ein "hohes Tier" handele (aufgrund seiner/fremder Initiative) verantwortungsbewußt seinem Arbeitgeber und Land gegenüber, überfordert die gesamte Öffentlichkeit.

  • Wenn der Chef des CIA so kurz nach der Wahl zurücktritt und man munkelt er sei für höhere Aufgaben vorgesehen, dann frage ich mich schon ob da noch mehr dahinter steckt. Die Elite bringt die Leute in Positionen, die den eigenen Zwecken dienen. David Petraeus war wahrscheinlich nicht "formbar" genug.

  • Glaubt denn wirklich jemand, dass dieser Mann wirklich wegen einer Affaire zurückgetreten ist.
    Man erinnere sich an Clinten und an seine Oraö-Office Geschichten. Nicht einmal mehr damals kam es zum Rücktritt.
    Ich denke, gerade weil er so gut ist, musste er zurücktreten wegen irgendeiner Affaire.
    Wahrscheinlich hat man ihm damit sogar eine Falle gestellt und noch mehr in der Hinterhand.
    Wem er auf die Füße getreten ist? Na ja man erinnere sich daran dass, dass CIA bei der Aufdeckung einiger Machenschaften in Finanzkreisen wie z.B. Goldman & Co. beteiligt war und das hat denen Milliarden gekostet und zwar viele.

  • @ Redaktion

    Kann es sein das hier in den Kommentaren zwei Themen gemischt wurden, also Kommentare zu unterschiedlichen Themen zusammen gebracht wurden???

    Brustvergrößerung

  • Machen wir uns erst einmal klar, das nicht der US Präsident über solche Dinge entscheidet, sondern tatsächlich sein Beraterstab. Wenn die ihrerseits jemanden absägen wollen, tun sie genau das und veranlassen den Präsidenten, das mit seiner Unterschrift zu beurkunden.
    Machen wir uns also nichts vor, der General ist aus einem ganz sicher anderem Grund gegangen worden, nur sicher nicht wegen eines Seitensprungs und schon gar nicht selbst aus freien Stücken. Das sollte doch wohl jedem mittlerweile klar sein, das dieser Rücktritt einstudiert ist bzw. wurde.
    Man sollte unter Umständen in Betracht ziehen, das der General unbequem wurde, weil er nicht gegen Iran ins Feld ziehen will und auch ansonsten recht kritisch ist. Warum wohl nimmt man einen Vier-Sterne- General als Oberkommandierenden aus Afghanistan und macht ihn zum Geheimdienstchef - weil er in Afghanistan das gemacht hat was sich der Beraterstab und viele andere, die dem US Präsidenten sagen was er zu tun oder zu lassen hat, gemacht hat? Oder doch eher, weil er kritisch hinterfragt hat? Auch wenn es so mancher nicht glauben mag, aber ab General ist man nicht mehr Soldat, sondern Politiker. Wer sich mal etwas mit den Präsidenten /Vizepräsidenten beschäftigt wird schnell erkennen, das die Vize meist CIA Chefs waren und sogar wie Bush sen. zum Präsidenten wurden. Auf dieser Basis sollte man diesen "Rücktritt" beleuchten und sich fragen, was an Petraeus wohl für andere gefährlich sein könnte.

    Einen Seitensprung als Rücktrittgrund ist wohl eher lächerlich, denn im Geheimdienst hat man Möglichkeiten das ganze für die nächsten 60 Jahre unter Verschluss zu halten und Mitwisser Mundtot zu machen. beim Geheimdienst und in der Politik hat jeder Leichen im Keller, man muß sie nur suchen und wird sie finden. anders ausgedrückt: der General ist nicht mehr und nicht weniger erpressbar wie jeder andere dort auch.

  • Nein, das war der englische "Prinz", der einem wahren Schuttlochgeier seiner attraktiven Frau den Vorzug gab.

  • David Petraeus darf sich als Geheimdienstchef eben nicht erpressbar machen...vielleicht hat schon jemand versucht, ihn zu erpressen.
    Meiner Ansicht nach ist sein Rücktritt ein Eingeständnis von Fehler, was gewürdigt werden muss. Nach einiger Zeit wird er sicher wieder eine hohe Position in den USA einnehmen.
    Keine Ahnung, weshalb hier allen in den USA immrt gleich Lüge unterstellt wird, aber es gibt sicher auch dort ehrliche, geradlinige Menschen.
    VG

  • Edward VIII ist auch zurückgetreten, weil er die falsche Frau liebte - zumindest offiziell!

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