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Davos 2017 Der zweite Tag

Am zweiten Tag dreht sich in den Graubündner Bergen alles um die großen politischen Turbulenzen und Krisen, die das Weltgefüge aus den Angeln zu heben drohen.
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Am zweiten Tag dreht sich in den Graubündner Bergen alles um die großen politischen Turbulenzen und Krisen, die das Weltgefüge aus den Angeln zu heben drohen. Quelle: Reuters
Der zweite Tag

Am zweiten Tag dreht sich in den Graubündner Bergen alles um die großen politischen Turbulenzen und Krisen, die das Weltgefüge aus den Angeln zu heben drohen.

(Foto: Reuters)

DavosAuf diesen intensiven Tag kann man sich bei Bedarf am frühen Morgen vorbereiten, indem man besinnlich-achtsam zusammen mit einem buddistischen Mönch meditiert. Derart gestärkt, kann man sich in der ersten Tageshälfte ganz dem Aufstieg des Populismus widmen: Zunächst werden hochrangige Politiker und Experten darüber debattieren, wie die „ausgequetschte und verärgerte“ Mittelschicht angesichts der zunehmend schlechten Arbeitsbedingungen, des niedrigen Wirtschaftswachstums und der Digitalisierung wieder in eine bessere Lage versetzt werden kann. Darüber werden unter anderem der US-Ökonom Larry Summers, die neue kanadische Außenministerin Chrystia Freeland und der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan sprechen.

Auch der neue amerikanische Präsident Donald Trump, der am Freitag vereidigt wird, ist auf einer populistischen Welle ins Weiße Haus geschwommen. Am Mittwoch dürfte sich US-Vizepräsident Joe Biden bei seiner Farewell-Rede in Davos zu Trump äußern. Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird fernab von Berlin über den Tellerrand ihres Ministerpostens hinausblicken – und mit dem ehemaligen Mehrheitsführer der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, Eric Cantor, über den Aufstieg der Populisten und die „Rebellion der Vergessenen“ diskutieren.

Die besten Zitate des Tages
„Deutschland muss Führungsrolle in Europa übernehmen.“
1 von 10

In einer Diskussionsrunde betont Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dass „wir für etwas kämpfen, nicht gegen etwas“. Demokratie, offene Gesellschaften, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte seien die Punkte, für die Europa und die USA in ihrer Allianz geeint kämpfen. Zudem „muss Europa einen fairen Anteil an der Last schultern“.

„In den Industrieländern ist die Mittelschicht definitiv in der Krise.“
2 von 10

IWF-Chefin Christine Lagarde sieht den Kampf gegen Ungleichheiten in der Gesellschaft als zentrales Element im Umgang mit Populisten. Ausufernde Ungleichheit sei kontraproduktiv für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds in Davos. Um dem gegenzusteuern, müsse unter anderem Reichtum umverteilt werden. Dies sei ein zentraler Punkt jeder Strategie, so Lagarde.

Globalisierung mit mehr Protektionismus in den einzelnen Ländern umzukehren, sei der falsche Weg.
3 von 10

Laut der IWF-Chefin müsse eine Strategie gegen Ungleichheiten auch eine genaue Analyse beinhalten, wie neue Technologien den Arbeitsmarkt beeinflussen.

„Viele Menschen glauben, dass die politische Elite komplett versagt hat.“
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Die Leute seien laut Eric Cantor, Investmentbanker bei Moelis&Company, auf der Suche nach starken Führern, die auch ihre Identität bewahren könnten. Er sieht aber auch noch einen anderen Lösungsansatz: „Wenn wir das Vertrauen zurückgewinnen wollen, müssen wir vor allem das Problem der Einwanderung lösen.“

„Ich bin ein großer Fan der Globalisierung.“
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Auch der scheidende Vizepräsident der USA, Joe Biden, ist zu Gast. Die Globalisierung habe aber nicht nur positive Effekte. Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklaffe, sei ebenso eine Folge der Globalisierung.

Russland will „die jahrzehntelangen Fortschritte“ zerstören.
6 von 10

Weiterhin hat der 74-Jährige mit scharfen Angriffen gegen Russland zur Verteidigung der liberalen Weltordnung aufgerufen.

„Wir haben keine Vision in Europa.“
7 von 10

Dem italienischen Finanzminister, Pier Carlo Padoan, fehlt ein Plan, den die Europäische Union den populistischen Kräften entgegensetzen kann. Europa habe keine Antwort auf Trump oder die Brexit-Entscheidung.

Später am Tag wird sich von der Leyen ihrem Kernthema widmen und unter anderem mit ihrem niederländischen Amtskollegen über die Zukunft der transatlantischen Allianz sprechen. Was die Wirtschaft dazu beitragen kann, die zerrissenen Bande zwischen Gesellschaft und Eliten wieder zu knüpfen, wird ebenfalls thematisiert: Darüber tauschen sich Topmanager wie der Philips-Chef Frans van Houten und der ehemalige SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe auf der Bühne im Konferenzzentrum des Weltwirtschaftsforums aus.

Wem das immer noch ein zu pessimistischer Grundton ist, der findet in Davos auch Anlass zur Hoffnung: Auf dem Panel „Ein positives Narrativ für die globale Gemeinschaft“ unterhalten sich unter anderem Facebook-COO Sheryl Sandberg und Hewlett-Packard-Chefin Meg Whitman darüber, wie die Eliten die sehr positive Grundhaltung der jungen Millennials vernünftig kanalisieren können. Und auch der chinesische Milliardär und Internetunternehmer Jack Ma wird in einer Unterhaltung mit dem „New York Times“-Reporter Andrew Ross Sorkin vermutlich die positiven Aspekte der Digitalisierung und des globalen Welthandels betonen.

Wem das alles noch nicht aufregend genug war, der kann schließlich am Abend auf Einladung des „National Geographic“ auf dem 2 500 Meter hohen Rinerhorn Erzählungen echter Abenteurer zuhören.

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2 Kommentare zu "Davos 2017: Der zweite Tag"

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  • 2. Tag des "Elitentreffens" in Davos ... ein ganz normaler Nachrichten-Tag in Merkel-Deutschland:

    MANNHEIM. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen einen 20-Jährigen Anklage wegen des Verdachts der besonders schweren Vergewaltigung, der gefährlichen Körperverletzung und der Unterschlagung erhoben.

    Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wir dem aus Algerien stammenden Mann vorgeworfen, am Morgen des 22. Juli 2016 eine Frau in der Mannheimer Neckarstadt angesprochen und bis vor ihr Wohnanwesen begleitet zu haben. Dort angekommen habe die Frau dem 20-Jährigen erklärt, dass er gehen müsse und den Hauseingang betreten. Daraufhin habe der Angeschuldigte die Geschädigte von hinten überfallen, sie gewürgt und zu Boden gebracht. Anschließend habe er ihr mehrfach in den Oberkörperbereich getreten und sie erheblich verletzt, woraufhin die Geschädigte zu keiner Gegenwehr mehr fähig gewesen sei. Dies habe der Angeschuldigte ausgenutzt, "um mit ihr den Geschlechtsverkehr zu vollziehen", hieß es in der Mitteilung. 20-Jähriger bestreitet Tat.

    Polizei: „Eine heftige Attacke“
    Die Frau hatte schwere Verletzungen erlitten, die eine mehrwöchige stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderten. Die Goldkette der Geschädigten soll der Angeschuldigte an sich genommen und sie noch am selben Tag weiterverkauft haben.
    Der Frau war im Lauf des Geschehens ein Sportler zu Hilfe gekommen, woraufhin sich der Angeschuldigte entfernt hatte. Er wurde am 28. Juli 2016 im norddeutschen Raum verhaftet und befand sich seitdem in Untersuchungshaft.
    Der Mann, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter verschiedenen Personalien registriert ist, bestreitet den Tatvorwurf im Wesentlichen. Da aufgrund eines Altersgutachtens nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Angeschuldigte zur Tatzeit 20 Jahre alt war, wurde Anklage bei der Jugendkammer erhoben. (dls)
    Montag, 16.01.2017

  • Nochmal!
    Es gibt das "Weltgefüge" NICHT!. Somit kann auch kein "Weltgefüge" aus irgendwelchen Angeln gehoben werden.
    Der Weg ist das Ziel im Leben der Menschen bzw. im Leben an sich. Ein Wortkonstrukt "Weltgefüge" sagt ja aus, dass es sich hier um ein stationäres Ziel handelt...also einen Endpunkt. So funktionert aber Leben und Politik nicht...es ist alles und immer im Fluss...auf dem Weg....Veränderung ist das Ziel. Ohne Veränderung nämlich keine Weiterentwicklung.

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