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George Soros „Ich bin überzeugt, dass Trump scheitern wird“

Der legendäre Investor George Soros warnt vor der Unsicherheit an den Märkten. Der Europäischen Union stünden schwierige Zeiten bevor. Besonders schlecht fällt sein Orakel aber für den künftigen US-Präsidenten aus.
Update: 20.01.2017 - 00:29 Uhr 18 Kommentare
Das Finanz-Orakel spricht in Davos: Starinvestor George Soros sieht Donald Trump als Möchtegern-Diktator – und malt dessen Zukunft aus. Quelle: dpa
George Soros

Das Finanz-Orakel spricht in Davos: Starinvestor George Soros sieht Donald Trump als Möchtegern-Diktator – und malt dessen Zukunft aus.

(Foto: dpa)

DavosGeorge Soros gilt als eine Art Orakel der Finanzbranche. Und einmal im Jahr holt der 86 Jahre alte Milliardär beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos zum prophetischen Rundumschlag aus. Dieses Jahr griff er dabei den künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump einen Tag vor dessen Inauguration scharf an und sagte ihm ein Scheitern vorher.

„Ich bin davon überzeugt, dass er scheitern wird. Und ich hätte gerne, dass er scheitert“, sagte der Starinvestor bei einem Dinner am Donnerstagabend im Davoser Seehotel. Im gleichen Atemzug sagte Soros ein baldiges Ende des jüngsten, durch Trump angetriebenen Aktienmarktaufschwungs voraus. „Derzeit ist die Unsicherheit auf einem Höchststand. Und Unsicherheit ist der Feind von langfristigen Investments.“

Trump scheint der neue Lieblingsfeind des Investors zu sein, der mit seiner Open Society Foundations dafür kämpft, die freiheitliche Grundordnung weltweit zu verbreiten. Zuvor hatte er mit Vorliebe gegen autokratische Herrscher wie Wladimir Putin gestänkert.

Soros setzt auf demokratische Institutionen in Amerika

„Ich habe Trump als Blender, Betrüger und Möchtegern-Diktator beschrieben“, so Soros. Doch die noch immer starken demokratischen Institutionen in Amerika werden die Alleinherrscher-Mentalität des Immobilienunternehmers ausbremsen, ist Soros überzeugt. „Er wäre ein Diktator, wenn er damit davonkommen würde. Aber das wird er nicht.“

Die Wahl Trumps schmerzt Soros nicht nur als Weltbürger, sondern auch als Investor: Weil er auf einen Börsenabschwung durch den Schock der Trump-Wahl gesetzt hatte, hat der prominente Geldanleger einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge zuletzt eine Milliarde Dollar verloren.

„Ich bin davon überzeugt, dass Trump scheitern wird“, sagte der Investor in Davos. „Denn die Ideen, die ihn antreiben, sind in sich widersprüchlich.“ Der künftige Präsident hat unter anderem angekündigt, die Unternehmenssteuern drastisch zu senken. Gleichzeitig drohte er damit, Handelshemmnisse gegen unliebsame Staaten wie China aufzubauen.

„Die EU steckt mitten in der Auflösung.“
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18 Kommentare zu "George Soros: „Ich bin überzeugt, dass Trump scheitern wird“"

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  • Was haben Sie eigentlich gegen Herrn Soros ? Fakten bitte und keine Verschwörungstheorien.
    Natürlich ist der kein Engel, aber er bezahlt wenigstens seine Steuern - im Gegensatz zu "President Elect".
    Eine alte Volksweisheit lautet: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metger selber."
    Das haben unsere amerikanischen Freunde gemacht; zwar nicht die Mehrheit der Wahlberechtigten, aber genügend, um Mr. T. auf den Thron zu heben.
    Leider wird der Rest der Welt darunter zu leiden haben - der größte Teil der Trumpwähler übrigens auch.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Soros hat erst vor kurzem viel, viel Geld in den Sand gesetzt, weil er gegen Trump wettete. Man soll kein gutes Geld schlechtem Geld hinterherwerfen, sagt man an der Börse ...

  • Die Schnappatmung der MS-Medien bzgl. Trump erreicht neue, ungeahnte Höchststände. Man könnte annehmen, dass heute Abend (deutscher Zeit) die Welt untergeht. Ich bin aber recht sicher, dass auch morgen früh wieder ein neuer Tag beginnt und irgendwann werden auch die Qualitätsmedien wieder etwas „herunterkommen“……
    Zu Soros: seinen Reichtum hat er mit absolut sauberer Arbeit/Geschäften „verdient“, er teilt seine bescheidene Unterkunft mit „Flüchtlingen“, die er auch sonst eigenverantwortlich finanziell aushält?

    Es ist eher davon auszugehen, dass er es wie die sonstigen links-rot-grünen „Bessermenschen“ hält: Forderungen nach einer „besseren“, „gerechteren“ Welt aufstellen und andere dafür zahlen/arbeiten lassen……

  • Ja das wünschen hilft nicht mehr, wie sehr man sich auch wünschte das es anders käme, irgendwann holt jeden die Realität ein.
    Unsere Medien und einige andere "Enttäuschte" sollten die Wahl von Trump als Übung für kommende Ereignisse sehen, sie werden dickere Nerven brauchen, dass rumgeheule und die Backen aufblasen von Leuten die hier öffentlich ihre Probleme mit demokratisch gewählten Präsidenten haben ist ja geradezu lächerlich.
    Es scheint sich eher um eine Art "Spezialdemokraten" zu handeln.

  • Soros nutzt seine Milliarden um linke, ökoreligiöse Politik zu machen und richtet damit viel Schaden an. Er unterstützt diverse Think Tanks und andere Organisationen mit sehr viel Geld die seiner Ideologie nahe stehen.

    Trump verfolgt bei Einwanderung, Klimaschwindel usw. die gegenteiligen Ziele.

    Somit ist er der Trump Gegner schlechthin (Schön wäre es sein Gesicht direkt nach der US Wahl zu sehen). Ich bewerte seine Aussagen im Kontext seiner Gegnerschaft zu Trump.

  • Ausgerechnet Soros spielt den Moralapostel.
    Dieser Soros hat ganze Nationen (Lateinamerika), mit Zustimmung der USA, in den Ruin getrieben und Bürger mittellos gemacht.
    Durch diese gewonnenen Wetten ist der charakterlose Soros zu seinen Milliarden gekommen.
    Ausgerechnet dieser Mensch kritisiert Trump..

  • https://www.bayernlb.de/internet/media/de/ir/downloads_1/bayernlb_research/multiasset_produkte/Perspektiven.pdf

    Liest sich wie ein Krimi und und wenn der Chef-Volkswirt der Bayern LB in diesem Zusammenhang das Wort "Tsunami" gebraucht, so habe ich den Eindruck, dass es in diesem Jahr noch gewaltig rappeln wird, in der europäischen Schilda-Zone.

    Ich würde mal denjenigen empfehlen, die das zu verantworten haben, dass sie ihre Atom-Bunker abstauben lassen sollten !

  • Der Herr Soros hat wohl zu viel Geld in Ungarn und der Ukraine investiert. Jetzt fliegt
    er raus mit seiner NGO Truppe und die EU wird auch nicht dauerhaft verdeckt Geld
    für seinen Krieg in der Ukraine geben. Hat der Herr Soros nicht jede Menge ukrainische Staatsanleihen ? Kann ihn Frau Merkel wieder helfen ?

  • Der große Spekulator hat die Stimmung in Amerika völlig falsch eingeschätzt. Er hat sich mangelhaft oder an den falschen Quellen informiert, infolgedessen einen Milliardenverlust erlittten. Diesem Geld trauert er nun hinterher. Das ist bei den Großen nicht anders als bei den kleinen. Wenn er gewonnen hätte dann würde er ihn in den Himmel heben. Er hat aufs falsche Pferd gesetzt. Thats all.

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