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Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Der Anti-Globalist reist zum Gipfel der Globalisten – und bekommt alle Aufmerksamkeit.

(Foto: dpa)

Trump auf dem WEF Davos im Bann von „America First“

Trump will der Wirtschaftselite in Davos seinen Gegenentwurf zur Globalisierung präsentieren. Doch obwohl die meisten Manager und Politiker Protektionismus ablehnen: Davos kann sich dem Trump-Hype nicht entziehen.
7 Kommentare

DavosDie Teilnehmer des World Economic Forums (WEF) leiden sicher nicht an mangelndem Selbstbewusstsein. Top-Manager und Spitzenpolitiker sind es gewohnt, mit einer Entourage durch das Davoser Kongresszentrum zu hetzen – immer bemüht, wichtig zu erscheinen. Donald Trump ist in Davos jedoch wie eine Lawine niedergegangen und hat die „Mover and Shaker“ der Welt von Hauptdarstellern zu Komparsen degradiert. Seit Trumps Ankunft scheint es auf dem WEF nur noch ein Thema zu geben: Trump.

Das hatte sich bereits in den vergangenen Tagen angekündigt. Alle wichtigen politischen Reden – ob von Modi, Merkel, Macron oder May – wurden immer durch die Trump-Brille gelesen. Wer setzt sich am deutlichsten vom „Darth Vader“ der Weltpolitik ab, ohne alle Brücken zum Weißen Haus abzubrechen.

Trumps Besuch in Davos ist eigentlich ein Unding. Der Anti-Globalist reist zum Gipfel der Globalisten. „Es ist, als ob der Teufel in den Himmel kommt“, kommentiert ein Davos-Veteran den Auftritt des Amerikaners. Wenn Trump „fairen Handel“ fordert und „America First“ meint, ruft die Davos-Gemeinde „Freihandel“. Wenn der Amerikaner die Welt als eine Arena beschreibt, sprechen Modi und Merkel von „Familie“ und „Multilateralismus“. Auch Frauenrechte und „#MeToo“ waren in Davos ein großes Thema. Und dennoch zücken viele „Davos Women“ ihre Smartphones, um ein Foto des Mannes zu erhaschen, der im Umgang mit Frauen nicht ganz unbelastet ist. Gegen die Versuchungen der Macht sind auch die Mächtigen nicht immun.

Was will Trump mit seinem heutigen Auftritt erreichen? Das fragen sich die viele, seit der US-Präsident die Einladung von WEF-Gründer Klaus Schwab überraschend angenommen hat. Zunächst könnte er etlichen Davos-Veteranen vorhalten, dass ihre Kassandra-Rufe nach seiner Wahl zum US-Präsidenten bislang nicht Wirklichkeit geworden sind. Die Finanzmärkte boomen, die Weltkonjunktur brummt, viele Unternehmen melden Rekordgewinne. Aus der befürchteten „Trump-Krise“ ist ein „Trump-Boom“ geworden. Gerade auch in den USA, wo das Wirtschaftswachstum sich wieder der Drei-Prozent-Marke nähert und die Arbeitslosenquote bei nur noch vier Prozent liegt.

Wie lange die guten Zeiten anhalten und ob der wirtschaftliche Aufschwung wegen oder trotz Trump zustande gekommen ist, mit solchen Details wird sich der Egomane aus dem Weißen Haus nicht aufhalten. Zumal Trump auf seine Steuerreform verweisen kann, die den ohnehin schon gut verdienenden US-Unternehmen einen warmen Geldregen beschert, den sie in kleinen Portionen an ihre Mitarbeiter weitergeben.

Den größten Berg, den Trump in Davos bezwingen muss, ist sein Image als Protektionist, der sich mit Mauern abschotten will. Gut möglich, dass der Amerikaner den Showdown mit den Globalisten in Davos vermeidet und seine America-First-Politik als eine Spielart der Globalisierung verkauft. „In Wahrheit ist Trump ein Globalist“, sagt sein Berater Anthony Scaramucci. Das habe der Rest der Welt nur noch nicht verstanden.

US-Präsident spricht mit May und Netanjahu
Abgesperrt
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Riesig ist die Aufmerksamkeit, als der US-Präsident eintrifft. Presse und Gäste warten hinter dem roten Absperrband.

Ankunft im Kongresscenter
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US-Präsident Donald Trump (r.) und US-Außenminister Rex Tillerson (2.v.r.) im Kongresscenter in Davos.

Trump und die Journalisten
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Die oft angespannte Beziehung zwischen dem US-Präsidenten und Medienvertretern ist vielfach dokumentiert worden. In Davos zelebriert der Ex-Reality-TV-Star seine Ankunft, winkt den Journalisten freundlich zu und findet sogar Zeit für einen kurzen Wortwechsel.

In Begleitung
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Mit zu Trumps Delegation gehört auch Schwiegersohn Jared Kushner.

Warmer Empfang
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Am Donnerstag hat Trump nur bilaterale Gespräche auf dem Programm, unter anderem mit Theresa May und Benjamin Netanjahu.

Die Pflicht ruft
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Das Gespräch mit der britischen Premierministerin Theresa May war Trumps erstes offizielles Treffen. Angeblich aus Ärger über den neuen Standort der US-Botschaft in London hatte Trump eine Reise dorthin abgesagt und damit einen Eklat unter britischen Politikern ausgelöst. Downing Street bemühte sich um Schadensbegrenzung.

Donald Trump und Benjamin Netanjahu
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Auch mit Israels Ministerpräsident traf Donald Trump am Donnerstagnachmittag zusammen. Dabei bekräftigte er seine Absicht, einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern erreichen zu wollen. „Wir haben einen großartigen Plan, der fantastisch für die Palästinenser und für Israel ist“, sagte Trump in Davos. Mit der Anerkennung Jerusalems als israelischer Hauptstadt habe er eine neue Grundlage geschaffen. „Es wird etwas passieren“, sagte Trump.

Vielleicht gelingt es Trump im Zeitalter von alternativen Fakten, Fake News und „Post-Truth“-Wahrheiten, auch den Begriff der Globalisierung umzudeuten.

Für alle, die diese Wortakrobatik nicht mitmachen wollen und Trump mit Skepsis begegnen, hatte seine Verkehrsministerin Elaine Chao schon im Vorwege einen Rat parat: „Die können ja gehen.“

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7 Kommentare zu "Trump auf dem WEF: Davos im Bann von „America First“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Davos kann sich dem Trump-Hype nicht entziehen. Der Präsident ist halt der Größte, die Erkenntnis habe ich seit über einem Jahr. Wie gut, daß die System-Presse da nun auch erkennt. Es dauert manchmal, bis die Ökosozen etwas begreifen.

  • Sergio Puntila
    26.01.2018, 12:41 Uhr
    ...the harder they come...
    Man darf gespannt sein, da noch nicht erwiesen ist, ob sich die USA mit T. möglicherweise ein riesiges Wind-Ei ins eigene Nest gelegt haben.

    .................

    Welches Wind-Ei haben wir 500 Millionen europäer mit der Europäische Union und mit dem EURO wohl gelegt ?

    EU kostet uns alle EU-Steuerzahler Jahr für Jahr 280 MILLIONEN EURO und das nur wegen dem EU-VERTRAGSBRUCH DES LISSABONNER EU-VERTRAGES!

    Der Wohlstand Europas den wir vor 20 Jahren hatten, wo ist es geblieben ?

    Heute Europa weit Tagessuppen Empfänger aus Armut !

    In Europa war die Obdachlosigkeit nie so hoch wie heute !

    8 Millionen Hartz4 Empfänger in deutschland, und wieviele davon OHNE HEIZUNG UND OHNE STROM ? Abgeschaltet von Informationen aus Radio und TV !

    Und die SUIZID Rate innerhalb der EU war nie so hoch wie heute !

    Da wünsche ich mir auch für Europa einen Trump , aber einen trump der nicht den Mist macht Jerusalem als Hauptstadt von Israel anzuerkennen !


  • ...the harder they come...
    Man darf gespannt sein, da noch nicht erwiesen ist, ob sich die USA mit T. möglicherweise ein riesiges Wind-Ei ins eigene Nest gelegt haben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Vielleicht sollte Davos Teil von Amerika werden, um dann nur die "America first" Befürworter einzuladen.

  • Da auf dem WEF nichts verhandelt und beschlossen wird, wird diese Plattform von den Politikern zur Selbstdarstellung genutzt. Die Qualitätsmedien nutzen dieses Event um Regierungspolitikern und ideologisch nahestehende Politiker zu huldigen, Beispiel Macron.

    Trump trumpelt täglich auf den Seelen der linken Journalisten, Lobbyisten und Gläubigen herum. Entsprechend seiner Wahlversprechen geht er gegen die illegale Einwanderung vor, lässt illegale Einwanderer deportieren, kündigt das (nicht verbindliche) Abkommen zum Klimaschwindel, dereguliert die Erdölförderung, den Bergbau, CO2 Grenzwerte für Autos, reduziert die Steuern.

    Entgegen seiner Ankündigungen hat er allerdings bislang keines der kritisierten Handelsabkommen gekündigt!

    Das Ergebnis, Rekordstände an den Börsen, Wirtschaftswachstum, Vollbeschäftigung, steigende Löhne auch für untere Einkommen.

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