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Vor Trump-Auftritt in Davos Deutsche Wirtschaft besorgt wegen US-Zöllen

Trumps Schutzzölle für Importe von Waschmaschinen und Solaranlagen sorgen auch hierzulande für Sorgenfalten. Experten warnen, der Kurs des US-Präsidenten könne auch deutsche Unternehmen treffen.
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Der US-Präsident spricht am Freitag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Quelle: Reuters
Donald Trump

Der US-Präsident spricht am Freitag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

(Foto: Reuters)

BerlinDie deutsche Wirtschaft hat vor dem Auftritt von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor den Folgen der neuen US-Handelspolitik gewarnt. „Der konsequente ‚America First‘-Kurs des amerikanischen Präsidenten in der Handelspolitik beunruhigt die deutsche Industrie“, sagte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Dieter Kempf, am Mittwoch. Er reagierte damit auf die US-Ankündigung von Schutzzöllen für Importe von Waschmaschinen und Solaranlagen, die in erster Linie Hersteller aus China und Südkorea treffen. Der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier warnte, der Kurs Trumps könnte auch die deutschen Unternehmen treffen. Trump kommt am Donnerstag mit zahlreichen seiner Minister nach Davos und hält dort am Freitag eine Rede.

Auch Politiker äußerten sich beunruhigt. „Ich beobachte diese Entwicklung mit Sorge“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer. Maßnahmen wie die neuen Schutzzölle bergen nach seiner Auffassung die Gefahr einer Eskalation in sich, „die dem weltweiten Handel insgesamt und damit auch Deutschland und Europa wirtschaftlichen Schaden zufügen kann.“ Schon am Vortag hatte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) gewarnt, die Maßnahme könnten zu einem neuen Handelskonflikt mit China und Südkorea führen.

Über Pläne, dass die USA nun auch neue Strafzölle oder ähnliche Beschränkungen gegenüber europäischen und deutschen Firmen planen, ist dem Wirtschaftsministerium in Berlin derzeit nichts bekannt. Allerdings wisse man nicht, was in einem Bericht von US-Handelsminister Wilbur Ross an Präsident Trump zu etwaigen unfairen Praktiken bei Stahlimporten in den USA stehe. „So ein bisschen warten wir jetzt mal ab“, sagte eine Sprecherin.

US-Präsident Trump beklagt seit langem die hohen US-Handelsdefizite gegenüber Partnern wie China und Deutschland. Er hält sie zum Teil für das Ergebnis unfairer Praktiken. Unterdessen hat Deutschland gerade zum zweiten Mal in Folge den weltweit höchsten Leistungsbilanzüberschuss erzielt und steht wegen des Ungleichgewichts weiter in der Kritik.

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