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Heute gibt's ein Wiedersehen

Angela Merkel soll in Davos auf die Europa-Rede von Emmanuel Macron antworten.

(Foto: AFP)

Weltwirtschaftsforum Merkels Ausflug in die Weltpolitik

Statt GroKo-Kleinklein darf die Bundeskanzlerin der Welt heute signalisieren, dass mit ihr noch zu rechnen ist. Mit einer Europa-Rede will Merkel in Davos Akzente setzen. US-Präsident Trump schneidet sie jedoch.
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DavosKnapp daneben ist auch vorbei. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel heute Abend aus dem verschneiten Davos wieder abreist, ist US-Präsident Donald Trump noch gar nicht da. Die beiden verpassen sich auf dem Weltwirtschaftsforum nur um wenige Stunden. Bis zu ihrer fünften Begegnung – nach einem Besuch Merkels im Weißen Haus und drei Gipfeltreffen – wird es also noch ein paar Wochen dauern.

Stattdessen stattet Merkel der wichtigsten wirtschaftspolitischen Konferenz weltweit ihren Besuch an dem Tag ab, an dem sich dort die europäische Prominenz tummelt. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist da, der italienische Ministerpräsident Paolo Gentilioni wird erwartet und auch der spanische König Felipe VI..

Da will Merkel nicht fehlen. Es ist einer ihrer wenigen Ausflüge in die Weltpolitik in jüngerer Vergangenheit. Der zähe Prozess der Bündnissuche nach der Bundestagswahl im September bindet sie an Berlin. Doch nach dem Ja der SPD zu Koalitionsverhandlungen ist die Regierungsbildung nach einer viermonatigen, quälenden Hängepartie erstmals in geordneten Bahnen. Wahrscheinlich ab Freitag wird es Koalitionsverhandlungen geben, auf die auch die europäischen Partner warten. Das Zeitfenster, bis es losgeht, will Merkel für ein Signal ins Ausland nutzen: Ja, wir sind noch da, und wir wollen ein starkes Europa.

Mit einer europapolitischen Rede will Merkel dem Weltwirtschaftsforum ab 14.20 Uhr das Thema des Tagesvorgeben. Dabei erwarten die Teilnehmer des Treffens in Davos, dass die Bundeskanzlerin auf Vorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur weitreichenden Reform der Europäischen Union antwortet.

Da die Gespräche mit der SPD noch laufen, ist zwar nicht zu erwarten, dass die Kanzlerin in ihrer Rede ihre künftige Europapolitik bis ins Detail ausbuchstabiert. Doch die CDU-Chefin will ihren Auftritt nutzen, um zumindest einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Rolle Deutschland künftig international spielen will – auch angesichts eines immer stärker werdenden Chinas und eines immer komplizierter werdenden internationalen Machtgefüges.

Eine Rede von Macron selbst steht ab 17.30 Uhr auf dem Programm. Frankreichs Staatspräsident will in Davos eine Diagnose der Globalisierung liefern. Für den 40 Jahre alten Senkrechtstarter stehen laut Élyséekreisen drei Herausforderungen im Vordergrund: wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten, der Kampf gegen den gefährlichen Klimawandel und das globale Führungssystem angesichts von Nationalismus und Extremismus in vielen Regionen.

Ebenfalls am Mittwoch sollen der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni, der brasilianische Präsident Michel Temer und der spanische König Felipe in dem Skiort das Wort ergreifen.

Zwei Jahre war Merkel nicht in Davos – doch nach einem Jahr der Abschottungspolitik Trumps und angesichts nationalistischer Tendenzen auch in vielen Ländern Europas will sie nun die Bühne nicht den Spaltern dieser Welt überlassen. Ihre Botschaft in Davos wird eine für Mulilateralismus und Zusammenhalt sein.

Daher will sie den Besuch auch zu einer Reihe bilateraler Gespräche nutzen. Dazu zählt ein Treffen mit dem argentinischen Präsidenten Mauricio Macri, der von der Kanzlerin Anfang Dezember die G20-Präsidentschaft übernommen hat. Merkel ist es wichtig, dass die ihr wichtigen Themen wie der stärkeren Fokus auf Afrika nicht ins Hintertreffen geraten.

Dass die Kanzlerin zu einem ausführlichen Vier-Augen-Gespräch mit dem französischen Präsidenten Macron zusammenkommt, ist nicht zu erwarten – in den vergangenen Tagen hatte sie etwa bei den Feiern zum Elysee-Vertrag ausführlich Gelegenheit, sich mit ihm auszutauschen.

Jenseits von Europa bahnt sich aber noch ein anderes wichtiges Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an. Der ließ das Gespräch am Dienstag bereits ankündigen, die deutsche Seite hielt sich noch bedeckt. Es ist die erste Begegnung der beiden, seit Merkel vor einem Jahr die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen offenbar aus Verärgerung über die israelische Siedlungspolitik absagte.

Und warum schneidet sie den US-Präsidenten? Dass die Kanzlerin schon nicht mehr in Davos sein wird, wenn Trump eintrifft, wird in Berlin mit Terminzwängen begründet. Merkel habe ursprünglich damit gerechnet, dass am Donnerstag schon die Verhandlungen mit der SPD starten könnten, heißt es. Und schließlich müsse sie auch nicht nach Davos fahren, um mit Trump zu sprechen: Wenn sie den US-Präsidenten sprechen wolle, könne sie das schließlich auch sonst jederzeit tun – am Telefon.

„Merkel hat hier nicht die Kraft einer gewählten Regierungschefin“

„Merkel hat hier nicht die Kraft einer gewählten Regierungschefin“
  • dpa
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11 Kommentare zu "Weltwirtschaftsforum: Merkels Ausflug in die Weltpolitik"

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  • WELTWIRTSCHAFTSFORUM
    Merkels Ausflug in die Weltpolitik
    Statt GroKo-Kleinklein darf die Bundeskanzlerin der Welt heute signalisieren, dass mit ihr noch zu rechnen ist. Mit einer Europa-Rede will Merkel in Davos Akzente setzen.
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    Fragt sich welche Akzente Frau Markel setzen will, ob es Ihre eigene sind oder von MACRON gesteuert !

  • Ich bin der festen Überzeugung Frau Merkel hat nichts in Davos zu suchen.
    Sie braucht auch kein kräftemessen mit Macron, sie sollte nur einmal hart bleiben und die Zahlungen an die EU einstellen, und sofort ist der Traum von Macron ausgeträumt, so sieht es aus.
    Die Grand Nation soll zuerst ihre Probleme selbst in den Griff bekommen, bevor sie sich um Europa als Führungsmacht bewirbt, wie heißt es, ohne Moos nix los.
    Sie hat in Berlin zu bleiben und eine Regierung zu bilden mit der SPD oder ohne diese, das ist ihre Aufgabe. Wenn sie dies nicht Kann muß sie zurücktreten und Neuwahlen ausschreiben.
    Alternativlos.

  • ....hier geht´s weiter....

    ...betrachtet werden....und die Temperaturen....innerhalb des Körpers...immer im Augen zu behalten....
    ...tragen wir immer noch....an unserem geschichtlichen Schicksal....was auch bleiben wird....
    ....sollen die Politiker der Zukunft....dieses Landes....eine Gemengelage aus vielen Komponenten sich zu Eigen machen..... das des Guten....das des Zurückhaltenden....das des Aufgeschlossenen....das des Bejahenden....das des Verneinenden....und noch viel mehr...
    .....und das alles vor sich herzutragen....

    ....und so ist die Wahrheit....etwas ganz Großes....die es gilt....zu leben...und auch auszusprechen...und auch zu erreichen.....ist die Sehnsucht....aller danach....groß und riesig.....
    ....möge sie gelingen....für alle Menschen....die sich unter der Flagge....schwarz-rot-gold....zusammenfinden....

  • .....die Wahrheit..gibt es noch die Wahrheit?...sie ist zu suchen...vielleicht findet man sie...aber auch nur vielleicht...
    und so geht.... das Treiben weiter...auf der Bühne....die Bühne der Politik....
    und so stellt sich die Frage....wer von beiden....die bessere Seife hat....
    ....ist der "junge Mann" in und aus Paris...so richtig in Fahrt gekommen....und ausgerichtet.... endlich mal...mit dem großen Löffel....aus der Schublade.....das Schmiermittel aus dem Eimer....zu nutzen....um die Protagonisten um sich herum....einzuseifen....im Positiven wie im Negativen....
    was ist damit gemeint?....
    ...nun... die Lehren des Lebens....zu lehren....
    ...auch bei optischen.....Umarmungen....Küsschen re....+ li....um danach die Rolladen ....wieder runter zu lassen....um Bestandsaufnahme zu machen.....um danach weiter..... am eigenen Pullower zu stricken....dem Pullower der Politik und der Wirtschaft....
    ....ist das Alles nicht so?.....mit Freundschaft....neu....in alle Ewigkeit?.....doch...doch....aber es bleibt nüchtern festzustellen.....das politische Naivität....abgelegt werden muß....und die Wahrheit....viel...viel tiefer liegt...hier der Platz nicht reicht....um weitere Erklärungen und Worte dazu abzugeben....
    ....und so ist Frau M...in Berlin...nicht mehr die...die man glaubt dort oben noch zu sehen...
    ...ihre Zeit ist zu Ende...alle um uns herum...hören...sehen...und schmecken...diese Erkenntnis....und so weiß der "junge Mann" aus Paris...dass diese Stunden...Tage...Wochen...Monate + Jahre...seine sind....und das "Beiwerk" Deutschland...als Mittel zum Zweck...gebraucht wird....anzuzapfen...(Leo 2-Rheinmetall...mit Nexter....Airbus in Toulouse)...um die Regie zu übernehmen...und noch mehr..
    ....und wir...Deutschland....schwingen...schweben...taumeln vor Glück...die Werkzeuge der Politik...von ihm gereicht zu bekommen....damit sein neues Werk...entstehen kann...
    ...schlecht also?.....ach nein....
    ...sollten die Augen...sollten die Gefühle...sollten die Ergebnisse...



  • WELTWIRTSCHAFTSFORUM
    Merkels Ausflug in die Weltpolitik
    Statt GroKo-Kleinklein darf die Bundeskanzlerin der Welt heute signalisieren, dass mit ihr noch zu rechnen ist. Mit einer Europa-Rede will Merkel in Davos Akzente setzen. US-Präsident Trump schneidet sie jedoch.

    ...................

    Die Europäische Union setzte ganz Europa auf dem faulsten Ast des baumes und damit droht ganze Europäische Wirtschaft zu fallen und ins unbedeutende zu fallen.

    US-President TRUMP setzt die USA auf dem gesündesten Ast des Baumes und am ende wird die USA erneute Glorreiche Wirtschaftliche Erfolge noch 2018 erleben. Erfolge die aber Real entstanden sind !!!

  • Wegen WettbewerbsverzerrungEU verhängt fast eine Milliarde Euro Strafe gegen US-Chiphersteller Qualcomm

    ...........................

    WER BETREIBT JETZT PROTEKTIONISMUS ? - DOCH DIE EUROPÄISCHE UNION !!!!!

    Diese uns Europäer immer mehr schaden anrichtende Europäische Union kauft ein Drittel mehr ein in CHINA als daß CHINA in der Europäische Union einkauft und verkauft unsere Europäische Strategische Terroteriale Zonen wie etwa Häfen in Griechenland an CHINA, verkauft Energie versorgung Portugals an CHINA, verkauft Strategische unternehmerische Anteile des Flughafens Portugals an CHINA, schimpft über den angeblichen protektionismus vom US-President TRUMP in seinem land aber dann sich gegen die USA sich so feindlich verhalten !!!

    Die deutsche Wirtschaft wäre heute nicht das was es ist wenn es nicht die Amerikaner gewesen wären mit ihre damalige Investitionen in deutschland nach ende des zweiten weltkrieges und auch heute nicht wenn man betrachtet welchen hohen Amerikanischen Milliarden Anteile noch heute im DAX drin stecken.
    Immer wieder wenn der DAX am abwärtsgang war, wartete man nur auf eröffnung des handels in new York und schon steckten die Amerikaner ihre milliarden von US-Dollar in dem DAX und retteten es vor dem Untergehen.

    In der NATO kommt die EU seine Verpflichtungen nicht nach und Militärisch könnte Putin tatsächlich GANZES EUROPA in weniger als in seine angekündigte zwei stunden übernehmen wenn dann die USA nicht europa nochmal helfen würde weil in Europa und darunter auch in deutschland die Misere an Kriegsmaterial nicht mehr anzusehen ist !

    ARMES EUROPA unter dieser Falsche und schlechte Führung der Europäische Union daß uns nur geld kostet und uns aber keinerlei positive Erfolge einbringt !!!

  • Warum soll man sich schämen, Herr Wong? Weil Fr. Merkel nach 2 Jahren mal wieder da hinfährt? Ist mir unklar. Ich fand es sogar gut, dass die die letzten Jahre dort nicht war!
    Mir stellt sich die Frage, warum es Davos eigentlich gibt und was das denn bringt? Schöne reden, der Tross kann wellnessen und Skifahren und gutes Essen... Denn mehr kommt da nicht raus.
    Letztes Jahr beispielweise hat Xi Jinping groß verkpündet, dass China Retter des Freihandels ist und wie wichtig die Gloablisierung und Gemeinschaft doch ist.... Was ist passiert? Europas Märkte sind offen für chinesische Waren und Investoren aber andersrum gibt es Hürden ohne Ende für ausländische Investoren in China... Eine andere Art von Protektionsmus. Einen Vorteil hat es....den wirtschaftlichen für Davos.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Mann kann sich doch nur noch schämen Deutscher zu sein.

  • Sachlich wird auf dem WEF nichts beschlossen und so dient dieser Termin ausschliesslich der Eigenwerbung.

    Das Umfeld auf dem WEF ist ökorleigiös und linksliberal. In diesem Millieu ist Fr. Merkel weniger isoliert als anderswo. So wird sie und die Qualitätsmedien dies zu einer Positivberichterstattung (Huldigung) nutzen.

    Trump wird durch seine Anwesenheit wirken. Allein seine Präsenz zeigt, dass das WEF eben nicht die traurige Realität ist.

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