DDR-Vertragsarbeiter fordern Einsatz der Bundesregierung
Deutsche Botschaft in Mosambik besetzt

Rund 40 ehemalige Vertragsarbeiter der DDR haben am Dienstag die deutsche Botschaft in Mosambik besetzt. Die Besetzer fordern von der Bundesregierung Druck auf die Regierung in Maputo. Streitpunkt sind ausstehende Gelder, die bis zum Fall der Mauer 1989 von der DDR-Regierung an Mosambik überwiesen wurden.

HB JOHANNESBURG/MAPUTO/BERLIN. Die deutsche Botschaft in Mosambik ist von einer Gruppe mosambikanischen DDR-Vertragsarbeiter besetzt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte am Mittwoch, „dass sich circa 40 Mosambikaner seit Dienstag in der deutschen Botschaft Maputo aufhalten.“ Der Botschafter sei in Gesprächen „sowohl mit den Personen in der Botschaft als auch mit der mosambikanischen Regierung, um zu einer Lösung zu kommen“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Die Botschaft in der mosambikanischen Hauptstadt selbst wollte sich nicht äußern. Vor dem Gebäude sind nach Ausgebzeugenberichten zahlreiche Polizisten in Stellung gegangen.

Die Besetzern vertreten nach Informationen des südafrikanischen Rundfunks die Interessen von etwa 11 000 ehemaligen DDR- Vertragsarbeitern. Sie fordern von Deutschland Druck auf die mosambikische Regierung, die ihnen nach eigener Darstellung Geld in Millionenhöhe schuldet. Dabei geht es um Sozialversicherungsbeträge, die die DDR bis zum Fall der Mauer 1989 an die Regierung in Mosambik überwiesen hat.

Das Geld sollte nach Rückkehr den Start in eine sichere Existenz garantieren. Die ehemaligen Kontraktarbeiter beziffern den Betrag auf mehrere hundert Millionen Dollar, die mosambikanischer Regierung stellt dagegen eine weit geringere Summe in Aussicht. In der strittigen Frage war es in der Vergangenheit immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Ex-Vertragsarbeitern und den mosambikanischen Sicherheitsbehörden gekommen.

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