De Vries warnt vor Gefahr neuer Anschläge in Europa
EU will Terrorgefahren zentral analysieren

Die EU will eine zentrale Koordinierungs-Einheit zur Abwehr terroristischer Gefahren aufbauen. Sie soll im so genannten Lagezentrum („situation center“) des Rates in Brüssel sitzen und mit Experten aus den EU-Mitgliedsländern besetzt werden.

HB BRÜSSEL. Die Anti-Terror-Einheit soll Analysen der terroristischen Bedrohung innerhalb der EU erstellen, jedoch nicht selbst operativ tätig werden. Einen entsprechenden Vorschlag will EU-Chefdiplomat Javier Solana heute dem Rat der Innen- und Justizminister in Luxemburg unterbreiten. Er rechne mit breiter Zustimmung, hieß es vorab in Brüssel.

Bisher verfügt die EU nur über Informationen über externe Krisen. Erkenntnisse über innere Bedrohungen, etwa durch Terroristen, behalten die nationalen Geheimdienste meist für sich. Dies soll sich mit der geplanten Anti-Terror-Einheit ändern. Sie gilt als Embryon einer künftigen operativen Anti-Terror-Zelle und ist die erste greifbare Konsequenz aus dem EU-Frühjahrsgipfel im März. Damals hatten die Staats- und Regierungschefs – unter dem Eindruck der Bombenanschläge von Madrid – den Kampf gegen den Terror zur Priorität erklärt. Außerdem hatten sie den früheren niederländischen Innenstaatssekretär Gijs de Vries zum Anti-Terror-Koordinator ernannt.

De Vries warnte indes vor weiteren Terroranschlägen in der EU. „Wir müssen leider mit der Möglichkeit rechnen, dass jedes Land in Europa Opfer eines Anschlags werden kann“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Den Sicherheitsbehörden ist es nach seinen Worten zwar gelungen, Extremistengruppen mit Verbindungen zur El Kaida zu zerschlagen. Kleinere und schwer fassbare Gruppen seien aber nach wie vor in Europa aktiv.

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