Deka-Studie empfiehlt Unternehmern den Blick über die neuen EU-Länder hinaus
Südosteuropa lockt Investoren

Ein Jahr nach der Erweiterung der Europäischen Union blicken Investoren schon über die zehn neuen Mitglieder hinaus. In einer aktuellen Studie der Deka-Bank über die attraktivsten Standorte in Mittel- und Osteuropa schneidet der EU-Anwärter Bulgarien am besten ab. Die Beitrittsverträge für das Land sowie für Rumänien, das ebenfalls ab 2007 der Union angehören soll, wurden Anfang dieser Woche in Luxemburg feierlich unterzeichnet.

HB DÜSSELDORF. Zurückgefallen ist dagegen die Slowakei, die bei der ersten Studie im Juli 2004 am besten abgeschnitten hatte. Hauptgrund für die schlechtere Platzierung ist dabei das gestiegene Lohnniveau: Das freut zwar die slowakischen Arbeitnehmer, lässt das Land aber gleichzeitig in der Gunst von Investoren sinken.

Das Deka-Ranking, das auf 18 Einzelindikatoren beruht und dem Handelsblatt vorliegt, will deutschen Unternehmern Entscheidungshilfen bei der Standortwahl in Mittel- und Osteuropa geben. "Für viele Investoren spielen die Lohnkosten eine sehr große Rolle", sagt Dietmar Hornung, Osteuropa-Experte der Deka. Da in dem von ihm entwickelten Indikator der Faktor Arbeit sehr hoch gewichtet wird, schneiden Länder mit einem niedrigen Lohnniveau in der Erhebung sehr gut ab.

Bulgarien und Rumänien, wo laut Economist Intelligence Unit (EIU) nur rund ein Dollar pro Stunde gezahlt wird, liegen in dieser Kategorie deutlich vorn. In der alten EU liegt der Durchschnittswert bei 25,2 Dollar. Die Slowakei liegt mit 2,7 Dollar pro Stunde zwar immer noch deutlich hinter Tschechien (3,4), Polen (3,5) oder Ungarn (4,9), doch verdienen Arbeitnehmer heute bereits einen halben Dollar mehr als kurz nach der EU-Erweiterung.

"Es ist für einen Standort schwer, die Verteuerung des Faktors Arbeit durch Fortschritte in anderen Bereichen aufzufangen", so Hornung. So schneidet die Slowakei etwa bei den Steuersätzen, die für viele Unternehmer ebenfalls eine treibende Kraft bei Investitionsentscheidungen sind, sehr gut ab. Kapitalgesellschaften werden hier vom Fiskus mit 19 Prozent belastet. Unter den neuen EU-Mitgliedern bieten nur Ungarn sowie die baltischen Staaten noch niedrigere Sätze.

Wie bedeutend die Staaten in Mittel- und Osteuropa für Investoren sind, zeigt auch die Frühjahrsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK): 43 Prozent der Befragten wollen sich in den EU-Beitrittsländern engagieren - deutlich mehr als etwa in China (37 Prozent), der alten EU (35) oder den USA (19). Nach einer Erhebung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton hat fast jeder zweite deutsche Mittelständler bereits eine Niederlassung in einem der Beitrittsländer aufgebaut oder plant, dies zu tun. EU-weit ist dies nur für jeden vierten Unternehmer von Belang. In Ungarn stammen mittlerweile 70 Prozent der Exporte aus Industriebetrieben mit ausländischer Beteiligung.

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