DeLay lässt Amt ruhen
Führender US-Republikaner angeklagt

Der Fraktionsvorsitzende der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, einer der einflussreichsten US-Republikaner und engsten Verbündeten von Präsident George W. Bush, ist am Mittwoch wegen Verschwörung zum Missbrauch von Wahlkampfgeldern angeklagt worden.

HB WASHINGTON. Tom DeLay (58) legte umgehend sein Amt bis zur Klärung der Vorwürfe nieder, wie es die Parteiregeln erfordern, bleibt aber Abgeordneter. In einer Erklärung verwahrte er sich entschieden gegen die „völlig aus der Luft gegriffenen“ Vorwürfe und sprach vom politischen Racheakt eines fanatischen politischen Gegners. DeLay bezog sich damit auf den demokratischen Bezirksstaatsanwalt Ronald Earle in Texas, der die Untersuchung gegen ihn eingeleitet hatte. Die Anklage sei eine der „schwächsten in der US-Geschichte“, und er werde sich mit Zehen und Klauen zur Wehr setzen, sagte der Republikaner.

Konkret wird DeLay angelastet, vor drei Jahren Spendengelder von Unternehmen mit Hilfe einer politischen Aktionsgruppe „gewaschen“ und für Wahlkampagnen bestimmter republikanischer Kandidaten aus Texas verwendet zu haben. Es ging um 190 000 Dollar. Die Anklage gegen DeLay und zwei seiner politischen Weggefährten wurde nach langwierigen Untersuchungen von einer texanischen Grand Jury (Anklagekammer) erhoben. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Abgeordneten sechs Monate bis zwei Jahre Haft.

Die Nachricht, dass DeLay vor Gericht gestellt wird, war im politischen Washington wie eine Bombe eingeschlagen. Allerdings war der Politiker, der seit 21 Jahren Kongressmitglied ist, bereits im vergangenen Jahr drei Mal vom der Ethikkommission des Repräsentantenhauses gerügt worden, in einem Fall wegen eines Wahlkampfversprechens gegenüber einem Abgeordneten im Gegenzug für dessen Stimme.

Erst vor kurzem war zudem bekannt geworden, dass gegen einen anderen führenden Republikaner, Senatsmehrheitsführer Bill Frist, wegen dubioser Aktienverkäufe ermittelt wird.

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