Delegation will Reise nicht absagen
Delegation verschiebt Nadschaf-Vermittlung nach Drohungen

Nach Anschlagsdrohungen hat eine irakische Delegation aus politischen und religiösen Anführern am Dienstag ihre Vermittlungsreise nach Nadschaf aufgeschoben. Aus Sicherheitsgründen könne die Delegation keinen neuen Reisetermin nennen, sagte der Delegationsleiter Fausi Hamsa, ein unabhängiger Politiker.

HB BAGDAD. Bei den Gefechten sind in den vergangenen Tagen in der etwa 160 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt hunderte Iraker getötet worden. „Uns liegen Berichte vor, nach denen auf dem Weg nach Nadschaf Anschläge auf die Delegation geplant sind“, sagte Hamsa. Die Reise sei aber nicht abgesagt.

Die Delegation ist von dem derzeit in Bagdad tagenden Nationalkongress beauftragt, ein Ende der Kämpfe zwischen den US-Truppen und der Miliz des radikalen Schiiten- Anführers Moktada Al-Sadr zu vermitteln. Die Delegation soll den radikalen Schiiten-Prediger Muktada el Sadr überreden, mit seinen Milizen die Imam-Ali-Moschee zu verlassen. Auch der UN-Gesandte für den Irak, Ashraf Qazi, sowie Papst Johannes Paul II. signalisierten ihre Bereitschaft zur Vermittlung.

El Sadr solle freies Geleit garantiert werden. Er dürfe in Nadschaf bleiben, aber nicht in der Moschee. Die heiligen Stätte müssten unter der Kontrolle der Regierung stehen. Zugleich forderte ein gemäßigter Schiiten-Führer, die Kämpfer der „Mahdi-Armee“ zu entwaffnen und die Miliz in eine politische Partei umzuwandeln.

Viele Delegierte der Nationalkonferenz begrüßten den Vorschlag mit Applaus. Nach einem Bericht des Fernsehsenders El Dschasira wurde er bei einer Abstimmung durch Handheben angenommen. Einige Anhänger el Sadrs hätten das Votum aber angezweifelt. In Nadschaf sagte ein Sprecher El Sadrs, dieser sei zu Verhandlungen bereit.

Unterdessen warfen US-Hubschrauber über Nadschaf Flugblätter ab, auf denen die Anhänger El Sadrs zum Verlassen der Stadt aufgefordert wurden. Augenzeugen berichteten, dass US-Militär habe die Stadt eingekreist, weitere Soldaten seien nach Nadschaf entsandt worden. Nach am Samstag gescheiterten Verhandlungen waren die Kämpfe wieder aufgeflammt. Laut US-Militär starben dabei am Sonntag mindestens zwei Soldaten. Am Montagvormittag blieb es in der Stadt weitgehend ruhig. Journalisten wurden aufgefordert die Stadt zu verlassen.

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