Dementi muss nicht das letzte Wort gewesen sein
FARC: Wir haben Touristen nicht entführt

Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben eine Beteiligung an der Entführung von acht ausländischen Touristen bestritten. Die Touristen-Gruppe war am Freitag in der Nähe der „Verlorenen Stadt“ in der Sierra Nevada entführt worden.

HB BOGOTA. Entsprechende Anschuldigungen durch die Behörden seien falsch, stand in einem auf der Internetseite der marxistischen „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) veröffentlichen Text.

„Es ist falsch, dass unsere Guerilla-Einheiten für die Entführung der acht Touristen verantwortlich ist“, heißt es in einer Erklärung der marxistischen Rebellengruppe Farc, die auf der Website der Gruppe veröffentlicht wurde. Vielmehr habe der militärische Geheimdienst des Landes die Gruppe entführt. Dieser werde vermutlich bald eine Befreiungsaktion simulieren. Zu der entführten Gruppe gehören außer dem Deutschen vier Israelis, zwei Briten und ein Spanier.

Die Gruppe war Augenzeugen zufolge am Freitag in der Nähe der „Verlorenen Stadt“ in der Sierra Nevada entführt worden. Die Geiselnehmer ließen fünf weitere Touristen zurück, darunter einen Dänen, der beteuerte, nichts von den Reisewarnungen für die Region gewusst zu haben. „Die „Verlorene Stadt' sollte ganz sicher und frei von Rebellen sein“, sagte er in einem Interview.

Die kolumbianische Polizei hat unmittelbar nach der Entführung die Farc verdächtigt, die seit bald 40 Jahren gegen die Regierung kämpft und sich häufig mit Geiselnahmen Geld für ihren Unterhalt besorgt. Armee und Polizei sind mit 2 000 Mann und Hubschraubern auf der Suche nach den Entführten. Sie werden in einem von Dschungel überwucherten Gebirgsregion vermutet.

Das Dementi muss angesichts früherer Entführungen jedoch nicht das letzte Wort der FARC gewesen sein. In der Vergangenheit hatten sie wiederholt zunächst dementiert, hinter Entführungen zu stecken. Wochen später räumten sie dann ein, dass die Vermissten sich doch in ihrer Gewalt befänden.

Kenner der Rebellen erklären sich dieses Verhalten mit dem mangelnden Informationsfluss innerhalb der FARC. Die größte Rebellengruppe des Landes besteht aus dutzenden Kampfgruppen, die zum Teil über längere Zeiträume weitgehend isoliert voneinander sind. Oft weiß die oberste Kommandoebene nicht, was die Gruppenführer vor Ort tun.

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