Dementi von Staatsanwalt
Kein Geständnis von Putsch-Anführer in Türkei

Der Ex-Luftwaffenchef Akin Öztürk hat kein Geständnis abgelegt, stellte einer der Staatsanwälte klar. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, Öztürk habe seine Beteiligung an dem Umsturzversuch eingeräumt.

IstanbulNach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei hat der als Anführer geltende frühere Luftwaffenchef Akin Öztürk eine Beteiligung an dem Coup zurückgewiesen. Das teilte einer der Staatsanwälte am Montagabend mit. Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, Öztürk habe bei einem Verhör zugegeben, „mit der Absicht“ eines Putsches gehandelt zu haben. Unklar blieb zunächst, warum Anadolu meldete, er habe ein Geständnis abgelegt.

Öztürk wird von den Behörden bisher als mutmaßlicher Anführer des Coups angesehen. Er hatte jedoch bereits vor seiner Festnahme gesagt, er sei nicht in den Putsch verwickelt. Vielmehr habe er versucht, diesem entgegenzuwirken. Teile des türkischen Militärs hatten in der Nacht zu Samstag versucht, Präsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Dabei wurden nach Angaben von Regierungschef Binali Yildirim 232 Menschen getötet. Nach dem Scheitern des Umsturzes wurden zahlreiche Personen festgenommen, die den Putsch unterstützt haben sollen.

Die Regierung hat ferner Tausende Beamte der Justiz und anderer Sektoren entlassen. Sie werden verdächtigt, Verbindungen zu einer Bewegung des in den USA ansässigen muslimischen Geistlichen Fetullah Gülen zu haben. Ankara wirft Gülen vor, hinter dem Umsturzversuch zu stecken. Er selbst bestreitet das.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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