Demografie: Was Frankreich und Schweden besser machen

Demografie
Was Frankreich und Schweden besser machen

Wirtschaftlich gesehen ist Deutschland Spitze in Europa und der Welt. Doch vor lauter Arbeit vergessen die Deutschen anscheinend das Kinderkriegen - mit langfristig wohl schwerwiegenden Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung. Während die Geburtenzahl hierzulande schwindet, wächst sie in der EU. Aber was machen andere Länder anders – oder besser?
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PARIS. Im Standortvergleich ist die hohe Geburtenrate stets jener Punkt, bei dem Frankreich auch beim kritischsten Ökonomen gegenüber Deutschland besser wegkommt. Im Schnitt bekommen Franreichs Frauen zwei Babys – ein europäischer Spitzenwert.

Der Staat tut viel für seine jüngsten Einwohner und dafür, dass die Eltern trotz Nachwuchs weiter voll arbeiten gehen können. Laut der OECD wendet Frankreich 3,8 Prozent seines Bruttoinlandsprodukt für die Familienpolitik auf – und das seit Jahrzehnten. Die OECD-Forscher loben diese Stabilität der Familienförderung, sie gebe Paaren Sicherheit und erleichtere daher die Familienplanung.

In Frankreich können berufstätige Eltern ihr Kind schon im Alter ab drei Monate ganztags in die Krippe bringen. Die Plätze sind allerdings knapp, sie reichen nur für rund zehn Prozent der Kinder. Mittlerweile entdecken daher Unternehmen Kita-Plätze verstärkt als Argument zur Bindung von Mitarbeiterinnen.

Ja, Mitarbeiterinnen; denn Kindererziehung ist in Frankreich – im Unterschied zu Deutschland – weiterhin primär die Sache der Frauen. Dafür wird eine junge Mutter gesellschaftlich nicht schräg angesehen, wenn sie trotz Kinder weiterhin voll ihrem Beruf nachgeht. Das Gegenteil ist eher der Fall: Längere Babypausen wegen Nachwuchs sind in Frankreich eher die Ausnahme.

Staatliche Hilfen sind daher sicher nur ein Teil der Erklärung, warum Französinnen so scharf auf Babys sind. Die Haupterklärung dürfte im gesellschaftlichen Umfeld liegen. Frankreich ist eine tendenziell kinderfreundliche Gesellschaft. In den konservativen Kreisen gehört es fast zum guten Ton, mindestens drei Kinder in die Welt zu setzen. Kinder sind fast schon ein Statussymbol.

Was Vater Staat zudem steuerlich üppig fördert. Denn in der Einkommenssteuer gibt es das Familiensplitting. Jedes Kind erhöht den Faktor um 0,5 Punkte. Im Klartext: Bei einem berufstätigen Ehepaar mit zwei Kindern teilt der Fiskus das Familieneinkommen durch den Faktor drei, um den Steuersatz in der Progression festzulegen. Dank großzügiger Grund-Freibeiträge zahlen Paare mit drei Kindern dann oft überhaupt keine Einkommenssteuer mehr. So gesehen sind Kinder in Frankreich das schönste Steuersparmodell, das es gibt.

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Kommentare zu " Demografie: Was Frankreich und Schweden besser machen"

Alle Kommentare
  • Eine sinkende bevölkerung in einem völlig überbevölkerten Land wie der bRD ist eine absolut positive Entwicklung. Die Natur braucht dringend Flächen zurück, die ihr der Mensch auf sträfliche Art und Weise entrissen hat. Schon aus ökologischer Überzeugung habe ich daher keine Kinder.
    Auch ökonomisch ergibt sich kein Problem:
    Größere Kostenverschiebungen hin zur Renten- und Krankenversicherung können durch etwa gleich große Einsparungen im Kita-, bildungs- und staatlichen Verwaltungsbereich aufgefangen werden.
    Auf jeden Fall verhindert werden muss eine Einwanderung von Moslems und aus der dritten Welt.
    Das wäre für die bRD und die Natur in Deutschland der Untergang.

  • Die direkten und indirekten Steuern bringen Dich auf die Knie. Die verlogenen, bigotten Sprüche der politischen Kaste besorgen den Rest.
    Wer nicht vernetzt ist geht unter. Da helfen auch keine Sonderschichten in Rhetorik, die Kuh wird gemolken bis sie tot umfällt. Und Sie wird tot umfallen.
    Wer will schon Kinder in eine Gesellschaft bringen die kriminelle banker umsorgt und hegt, aber Kinder und die dazu gehörigen Verpflichtungen als Notwendiges Übel betrachtet?

  • Hallo Christian,

    richtig, Deutschland ist dicht bevölkert. Aber nicht deshalb gingen meine Kinder gleich nach dem Studium ins Ausland. Sie starteten dort gleich zu gutem Gehalt, ohne vorgeschaltetes Praktikum, alle drei.
    Wichtiger aber war ihnen, das Nachbarland hat demografisch Zukunft. Hier wird der Sozialstaat mit Sicherheit pleite sein "wenn ich alt bin und Rente brauche." Klar, der Vater, Dipl.-Volkswirt, hat mit ihnen Demografie, eine Eltern intergenerativ, d. h. zu Gunsten Kinderloser, ausbeutende Famillienpolitik durchgesprochen. Sollen sich Kinder zum Vorteil Kinderloser hoch belasten lassen, dann selber im Alter "leer" dastehen? "Die sind doch nicht blöd!" Oder?

  • Mein 2. Vater war Franzose und der hatte was, was mein leiblicher Vater nicht hatte: Mitgefühl!

    Außerdem bin ich auch für eine Rente ab 60...

  • in Frankreich gibt es in Sachen Kinder rechtliche Gleichstellung zwischen Mann und Frau.
    in Deutschland besitzt das Sorgerecht (fast ausschließlich) die Frau.

  • Was hat Politik mit Kinderkriegen zu tun??

    Wenn jemand ein Kind will dann bekommt er das auch. Franzosen arbeiten einfach weiter aus einem einzigen Grund: Geld, einfaches Gehalt reicht einfach nicht bei den hohen Lebenshaltungskosten (siehe Paris im Vergleich zu berlin)
    Deutschland hat doch seine "Supergeburtenjahre" bereits gehabt und das zu Zeiten als die Welt noch von nuklearer Zerstörung bedroht war und Kindertagesstätten ein Fremdwort waren also bitte kein Wort über "unsichere Zukunft"
    Deutschland ist ja wohl eindeutig überbevölkert (Vergleich der bevölkerungsdichte mit den anderen "Superländern" Noch mehr Menschen können wir einfach nicht sinnvoll verkraften und immer wachsen so wie sich das manche wünschen können wir auch nicht (ich sage nur China).

  • ich denke, das deutsche Problem ist die "kaputte deutsche Politik". Schlechte Politik bedeutet "kein Vertrauen in die Zukunft". Der deutsche bürger hat doch den Eindruck, von der Politik betrogen zu werden. Das bleibt nicht ohne Folgen! Und von guten Zahlen aus dem Wirtschaftsleben und begriffen wie "Export-Weltmeister" hat der bürger absolut NiCHTS! Das dient nur der Selbstbefriedigung der Politiker.

  • Eine Ursache für unsere Familienpolitik ist sicher auch darin zu sehen, daß bei uns die DiNKs - Double income no Kids - in den Ausschüssen und im Parlament sitzen und die Gesetzgebung entsprechend beeinflussen.

  • Guten Tag,.... Was die Schweden besser machen, sah ich in meiner Jugend in den ersten Sexfilmen. Aber seien Sie beruhigt, die Franzosen machen nichts, aber auch gar nichts besser, die sind zu faul. besten Dank

  • Was wäre die Konsequenz? Alle politischen Ämter in der bRD entweder mit Franzosen oder Schweden besetzen und den deutschen Klüngelverein zur Strafe nach Afghanistan verbannen, um dort wie zuvor hier zu wirken.

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