Demokrat gewinnt Senatorensitz Niederlage für Trumps Cowboy

Überraschung bei der umkämpften Senatorenwahl in Alabama: Der Republikaner Roy Moore, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, verliert gegen den Demokraten Doug Jones. Was das für Donald Trump bedeutet.
Update: 13.12.2017 - 06:33 Uhr 6 Kommentare
Alabama: Roy Moore verliert unerwartet Senatorensitz Quelle: AP
Roy Moore

Der Republikaner hat gegen den Demokraten Doug Jones verloren.

(Foto: AP)

Birmingham Bei der Senatorenwahl im konservativen US-Staat Alabama hat der demokratische Kandidat Doug Jones überraschend gewonnen. Er setzte sich am Dienstagabend (Ortszeit) gegen den umstrittenen republikanischen Kandidaten Roy Moore durch. Der Sieg des Demokraten stellt für US-Präsident Donald Trump einen heftigen politischen Dämpfer dar: Im Senat haben die Republikaner nun nur noch eine hauchdünne Mehrheit. Die 51 Senatoren von ihnen sitzen dort künftig 49 Demokraten gegenüber.

Jones' Wahlsieg dürfte auch durch die sexuellen Belästigungsvorwürfe begünstigt worden sein, die Moores Wahlkampf erschüttert hatten. Mehrere Frauen hatten dem Republikaner vorgeworfen, sich in den 1970er Jahren ihnen gegenüber unangemessen verhalten zu haben. Eine der öffentlichen Anklägerinnen sagte, sie sei damals erst 14 Jahre alt gewesen. Die Wahl in Alabama, die am Dienstag (Ortszeit) stattfand, war notwendig geworden, weil Justizminister Jeff Sessions in Trumps Kabinett gewechselt war und seinen Posten in der US-Kongresskammer daher aufgeben musste.

US-Präsident Donald Trump gratulierte dem Gewinner der Senats-Nachwahl umgehend: Der Sieg sei hart umkämpft gewesen, schrieb er am Dienstagabend (Ortszeit) bei Twitter. Ein Gewinn sei aber ein Gewinn. Der Präsident hatte den republikanischen Senatskandidaten Roy Moore trotz der Vorwürfe wegen sexueller Belästigung unterstützt.

Roy Moore räumte seine Niederlage vorerst nicht ein. „Es ist nicht vorbei“, sagte er am Dienstagabend (Ortszeit) bei einem kurzen Auftritt vor Anhängern. Der Vorsitzende von Moores Wahlkampagne wies darauf hin, dass das endgültige Ergebnis noch nicht vorliege.
Das Wahlrecht in Alabama sieht eine Neuauszählung der abgegebenen Stimmen vor, wenn ein Kandidat mit weniger als einem halben Prozentpunkt Vorsprung siegt. Nachdem alle Wahlbezirke ihre Ergebnisse am Abend gemeldet hatten, kam der Demokrat laut „New York Times“ auf 49,9 Prozent der Stimmen, 1,5 Prozentpunkte oder 20.000 Stimmen mehr als sein Rivale Moore.

Jones bezeichnete seinen Überraschungssieg in dem konservativen US-Staat als einen Moment der nationalen Einheit. „Ich habe immer daran geglaubt, dass die Menschen in Alabama mehr gemeinsam haben, als uns trennt“, sagte er. Seine Kampagne habe darauf gesetzt, Gemeinsamkeiten zwischen unterschiedlichen politischen Lagern zu finden. Dem ganzen Land sei nun gezeigt worden, was die Menschen vor Ort sein könnten, sagte Jones. Den Wahlkampf beschrieb er als ein Rennen um Würde und Respekt.

Innerhalb der republikanischen Partei machte sich nach der Wahl Frust breit.

Republikaner gegen Republikaner
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6 Kommentare zu "Demokrat gewinnt Senatorensitz: Niederlage für Trumps Cowboy"

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  • Fake News wie immer. Adolf oder Sex, da rockt der Mob. Immer wieder lustig ....

  • Frau Ebsel, es waren nicht eine, sondern mind. 8 Frauen, die zu einem großen Teil noch minderjährig waren. Außerdem hatte er Hausverbot in einem Einkaufszentrum mit der Begründung, dort würde er immer wieder junge Mädchen belästigen. Mich wundert eher, dass immer noch knapp 50 % ihn gewählt haben. Armes Amerika, echt geistig krank.

  • vlt weil erkennbar werden könnte, dass ungebildete Provinzler kein genuin deutsches Phänomen darstellen?

  • Ich dachte wir leben hier in Deutschland.

    Wieso gibt es in den meisten Zeitungen ganz weit oben Nachrichten über irgendwelche Senatoren in Amerika?

    Soll die Kolonie informiert werden? Was bringt uns das an Mehrwert? Gibt es keine wichtigeren Themen?

  • Ein beklemmender Eindruck bleibt.

    Moore hat wohl nicht verloren, weil er mit seinen Vorstellungen von einem "Gottesstaat" oder irgendwelchen antiquierten, wirren Ansichten für jeden nicht völlig verbohrten US-Amerikaner unwählbar war.

    Er musste erst Frauen sexuell belästigen, womit er nicht nur für Wähler mit gesundem Menschenverstand und demokratischen Ansichten außen vor war, sondern auch für ultra-konservative Stimmberechtigte, über deren Weltbild man als Normalo nur fassungslos den Kopf schütteln kann.

  • wobei nicht zu vergessen wirkt: die Trump Adlin steuert glasklar auf den Atomkrieg...

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