Demokraten vermissen weiter Strategie
Bush lehnt Zeitplan für Irak-Abzug ab

Angesichts wachsender innenpolitischer Widerstände und schlechter Umfragewerte hat US-Präsident George W. Bush seinen Kurs in der Irak-Politik verteidigt. Zugleich lehnte Bush am Mittwoch in der Marineakademie von Annapolis (US-Bundesstaat Maryland) immer lauter werdende Forderungen nach einem Zeitplan für den Abzug der rund 160 000 Soldaten aus dem Irak ab.

HB ANNAPOLIS/USA. „Amerika wird nicht vor Autobombern und Attentätern fliehen, so lange ich oberster Befehlshaber bin“, versprach er. Bush richtete seine Landsleute auf eine längere Dauer des Krieges ein und bat sie angesichts von Fortschritten um Geduld und Vertrauen.

Die irakischen Streitkräfte hätten Fortschritte gemacht und seien mehr und mehr in der Lage, die Führung im Kampf gegen den Terrorismus zu übernehmen, sagte Bush. Doch benötige dies noch „Zeit und Geduld“. Mit wachsender Erfahrung der irakischen Sicherheitskräfte und Fortschritten im politischen Prozess „werden wir in der Lage sein, unsere Truppenstärke im Irak zu reduzieren, ohne unsere Fähigkeit zu verlieren, die Terroristen zu besiegen.“

Diese Entscheidung hänge aber von der Einschätzung der militärischen Befehlshaber im Irak ab und nicht von „künstlichen Zeitplänen, die von Politikern in Washington aufgestellt werden“, sagte Bush unter Anspielung auf Forderungen vor allem aus der Demokratischen Partei. „Wenn unsere militärischen Führer dort uns sagen, wir brauchen mehr Truppen, dann werde ich sie schicken.“

Die US-Militärpräsenz in Irak stehe davor, sich zu wandeln, sagte Bush. Es werde weniger Patrouillen und Konvois geben, und man werde sich auf Spezialaktionen gegen besonders wichtige terroristische Ziele konzentrieren.

„Unser Ziel ist es, genügend irakische Streitkräfte auszubilden, so dass sie den Kampf gegen die Terroristen aufnehmen können.“ Mehr als 120 Kampfbataillone der irakischen Streitkräfte und der Polizei seien in der Lage, selbstständig zu kämpfen, sagte der Präsident. Weitere 80 Bataillone kämpften gemeinsam mit den US-geführten Koalitionstruppen. Doch räumte Bush ein, dass sich die irakischen Streitkräfte im Kampf nicht immer bewährt hätten.

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