Demonstranten bitten USA um Hilfe
Protestwelle erfasst Aserbaidschan

Nach den Revolutionen in Georgien und der Ukraine sowie blutigen Auseinandersetzungen in Usbekistan und Kirgistan regt sich in immer mehr Nachfolgestaaten der Sowjetunion Protest. Am Samstag kam es nach einer Demonstration in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku zu Massenfestnahmen. Auch in Kasachstan ging die Opposition auf die Straße.

HB MOSKAU. Vier Tage vor der Eröffnung der strategisch wichtigen Ölpipeline von Baku an die türkische Mittelmeerküste demonstrierten in Aserbaidschans Hauptstadt knapp tausend Anhänger der Opposition. Von ihnen wurden nach unterschiedlichen Angaben bis zu 300 festgenommen. Die Demonstranten zogen vor die US-Botschaft und baten mit „Hilf uns, Amerika!“-Rufen Washington um Unterstützung im Kampf um mehr Demokratie und gegen den autoritär herrschenden Präsidenten Ilham Alijew. Die Demonstration wurde mit Schlagstöcken aufgelöst, wobei zahlreiche Teilnehmer verletzt wurden. Nach der von Fälschungen überschatteten Präsidentenwahl 2003 war es in Aserbaidschan bereits zu Straßenschlachten und Verhaftungen gekommen.

In der kasachischen Stadt Almaty verlangten am Sonntag 1 500 Demonstranten vom immer diktatorischer regierenden, seit 16 Jahren amtierenden Staatschef Nursultan Nasarbajew, die Pressefreiheit einzuhalten. So solle das jüngst verfügte Verbot der kritischen Wochenzeitung „Respublika“ aufgehoben werden, forderten die Anhänger oppositioneller Parteien.

Bei den Auseinandersetzungen in Aserbaidschan, Usbekistan und Kasachstan sind vor allem die USA immer stärker gefordert – denn Washington ist strategischer Verbündeter dieser Länder. Während die Amerikaner in Usbekistan eine Luftwaffenbasis zum Kampf gegen den islamistischen Terror stationiert haben, unterhalten sie zu den beiden anderen Ländern engste Beziehungen wegen deren Ölreichtümer.

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