Demonstranten protestieren gegen die Versetzung von Ismail Khan
UN-Vertretung in Afghanistan gestürmt

Demonstranten sind in der afghanischen Stadt Herat in die UN-Vertretung eingedrungen. Sie protestierten damit gegen die Absetzung des lokalen Gouverneurs.

HB BERLIN.

Einen Tag nach der Absetzung von Ismail Khan als Gouverneur von Herat haben Demonstranten in der westafghanischen Stadt die Vertretung der Vereinten Nationen gestürmt. Mehrere hundert Menschen durchbrachen am Sonntag das Tor des Anwesens und zerstörten dort abgestellte Fahrzeuge, wie UN-Sprecher Manoel de Almeida e Silva mitteilte. Amerikanische Soldaten gingen daraufhin gegen die Menge vor. Berichte über Verletzte gab es nicht.

Präsident Hamid Karsai hatte am Samstag die Versetzung Khans vom Gouverneur zum Industrieminister bekantt gegeben. Beobachter gehen davon aus, dass Karsai mit der Maßnahme den Einfluss des Regionalmachthabers drosseln und die Kontrolle der Zentralregierung ausweiten will.

Gerüchte über die Entmachtung Khans gab es seit Monaten. Als Gouverneur von Herat kontrollierte er die Steuereinnahmen und kommandierte eine eigene Miliz mit mehreren tausend Kämpfern. Als Nachfolger Khans wurde der frühere Botschafter in der Ukraine, Mohammed Chaiechawa, berufen.

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