Demonstration
Iranische Oppositon in Sorge um Inhaftierte

Nach dem Tod eines inhaftierten Demonstranten haben Oppositionsführer im Iran hochrangige Geistliche gebeten, sich für die Freilassung von Gefangenen einzusetzen. Man mache sich große Sorgen um den physischen und psychischen Gesundheitszustand derer, die nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Juni verhaftet wurden.

HB TEHERAN. Dies zitierte die Internetseite "Ghalamnews" am Samstag aus einer gemeinsamen Erklärung gemäßigter Kräfte. Es sei falsch, den Inhaftierten Verbindungen zum Ausland zu unterstellen. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehörten mehrere bei den Wahlen unterlegene Kandidaten sowie der ehemalige Präsident Mohammed Chatami.

Weltweit wurde am Samstag in rund 80 Städten gegen das Vorgehen der iranischen Regierung demonstriert. In Berlin protestierten nach Polizeiangaben rund 300 Personen gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran.

Der von einer moderaten Gruppe betriebenen Internetseite "Moscharekat" zufolge wurde der Demonstrant Mohsen Ruholamini im Ewin-Gefängnis getötet. Der junge Mann sei der Sohn eines Beraters des konservativen Politikers und Drittplatzierten bei den Wahlen, Mohsen Resaie. Ruholamini sei am 9. Juli bei einer Demonstration verhaftet worden. Bei den Behörden war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Der moderate und bei der Wahl unterlegene Kandidat Mehdi Karubi warf der Regierung psychische Folter vor. "Die Inhaftierten werden in illegalen Gefängnissen festgehalten und seelischer Folter ausgesetzt. Körperlich werden sie rüde behandelt", schrieb Karubi laut einem auf seiner Internetseite veröffentlichten Brief an den für die Geheimdienste zuständigen Minister Gholamhossein Mohseni-Edschei. Das Netz der Geheimdienste habe sich in ein undurchsichtiges und erschreckendes Instrument zur Unterdrückung der Menschen verwandelt. Die neue Regierung bezeichnete Karubi als illegitim. Präsident Mahmud Ahmadinedschad warf er vor, nicht vom Volk gewählt worden zu sein. Die iranischen Revolutionsgarden drohten Israel für den Fall eines Angriffs mit einem Vergeltungsschlag gegen dessen Atomanlagen. "Sollte das zionistische Regime den Iran angreifen, würden wir mit Sicherheit einen Schlag mit unseren Raketen gegen seine Nukleareinrichtungen führen", sagte der Kommandeur der Elite-Einheiten, Mohammed Al Dschafari, dem staatlichen Fernsehsender Al-Alam. Ganz Israel liege in Reichweite der iranischen Raketen.

Mehrere westliche Staaten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, was die Islamische Republik bestreitet. Die USA und Israel haben Militäraktionen nicht ausgeschlossen. Israel hat wiederholt das Atomprogramm der Islamischen Republik als Bedrohung seiner Existenz bezeichnet.

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