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Demonstrationen gegen Al-Maliki: Tausende Iraker fordern „Sturz des Regimes“

Im Irak haben am Freitag Tausende Sunniten gegen Ministerpräsident al-Maliki protestiert. Sie forderten Reformen und „den Sturz des Regimes“. Der Präsident reagierte mit der Drohung, die Proteste mit Gewalt zu beenden.

Irakische Demonstranten in Fallujah. Sie protestieren für Reformen und die Freilassung unschuldiger Häftlinge. Quelle: dapd
Irakische Demonstranten in Fallujah. Sie protestieren für Reformen und die Freilassung unschuldiger Häftlinge. Quelle: dapd

Bagdad/KirkukIm Irak sind am Freitag erneut Tausende Demonstranten auf die Straße gegangen, um Reformen und die Freilassung unschuldiger Häftlinge zu fordern. Große Kundgebungen gab es in den Städten Ramadi, Tikrit, Samarra, Mossul und Kirkuk. Die meisten der Demonstranten waren arabische Sunniten.

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Ihre Kritik galt vor allem dem schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. In Bagdad versammelten sich nach dem Freitagsgebet einige hundert Demonstranten in dem vorwiegend von Sunniten bewohnten Viertel Al-Adhamija.

Die Kundgebungen standen unter dem Motto „Freitag der Standfestigkeit“. In Mossul riefen die Demonstranten den bekanntesten Slogan des „Arabischen Frühlings“: „Das Volk will den Sturz des Regimes.“

Al-Maliki warnte die Demonstranten am Freitag vor „ausländischen Mächten, die versuchten, das Land zu spalten und Gewalt zwischen den verschiedenen Religionsgruppen zu provozieren“. Zuvor hatte Al-Maliki gedroht, die seit 15 Tagen andauernden Proteste mit Gewalt zu beenden. Bisher hat die Polizei jedoch nichts unternommen.

Anschlagsserie Mindestens 30 Tote im Irak

Bei einer Anschlagsserie gegen Sicherheitskräfte und Zivilisten sind im Irak mindestens 30 Menschen getötet worden. Hauptziel der Angriffe waren schiitische Moscheen in Bagdad.

Rückendeckung erhielten die Demonstranten unterdessen von der Bewegung des Schiitenpredigers Muktada al-Sadr sowie von der Allianz Al-Irakija, die beide im Parlament vertreten sind. Der Vorsitzende von Al-Irakija, Ijad Allawi, forderte Al-Maliki in einer Fernsehansprache zum Rücktritt auf.

Seiner Vorstellung nach soll die Nationale Allianz der Schiiten, die im Parlament die größte Fraktion bildet, einen neuen Ministerpräsidenten aufstellen der dann eine Übergangsregierung bildet. Anschließend sollten vorgezogene Neuwahlen stattfinden. Allawi sagte: „Dies ist nicht der Irak, für den wir gekämpft haben.“

A-Sadr besuchte am Freitag als Zeichen der Solidarität zwischen den Religionsgruppen eine Kirche und eine sunnitische Moschee in Bagdad. Sowohl auf die syrisch-katholische Sajidat-al-Najat-Kirche als auch auf die Al-Keilani-Moschee waren in den vergangenen Jahren Terroranschläge verübt worden. Irakische Medien berichteten, Al-Sadr habe eine Pressekonferenz in der Kirche gegeben und sich dem Freitagsgebet der Sunniten in der Al-Keilani-Moschee angeschlossen.

Irak

In Bagdad explodierte ein Sprengsatz neben einer Gruppe schiitischer Pilger. Drei Menschen starben, 15 Menschen erlitten nach Angaben des Nachrichtenportals „Al-Baghdadija“ Verletzungen. In der Ortschaft Balad, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, landeten nach Angaben der Polizei mehrere Granaten in der Nähe des von den Schiiten verehrten Imam-Mohammed-Schreins.

 

  • 04.01.2013, 18:51 UhrThomas-Melber-Stuttgart

    Ah, sicher werden die Proteste wieder von den Golf-Demokratien unterstützt ...

  • 04.01.2013, 20:38 UhrOckhams_Rasiermesser

    Hey, Mister-EinkommafünfProzentWahlergebnisinStuttgart ist wieder da! :D Das freut mich aber, das der alte REP-Depp immer noch auf seiner One-Man-Mission unterwegs ist. Na, was schönes zum "Julfest" bekommen, Schnäuzelchen? Hakenkreuztäfelung fürs Wohnzimmer? Oder doch eher "Goebbels Nachtgedanken" in der gebundenen Ausgabe für den Nachttisch?

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