Demonstrationen gegen Sperrzaun
Acht Palästinenser von Israels Armee getötet

Zwei von Israel dringend gesuchte militante Palästinenserführer sind am Samstag getötet worden. Sie kamen bei einer Razzia in Nablus ums Leben, bei der sechs weitere Menschen starben.

HB BERLIN. Israelische Soldaten haben bei einer groß angelegten Razzia in der Stadt in Nablus seit Freitag neun Palästinenser getötet. Auch zwei Führer militanter palästinensischer Organisationen sollen darunter gewesen sein: Der von der israelischen Regierung gesuchte Milizenführer im Westjordanland, Najef Abu Scharch von den Al-Aksa-Brigaden, und der Kommandeur des Islamischen Dschihad im Westjordanland, Scheich Ibrahim. Außerdem sollen ein Leibwächter und drei weitere militante Palästinenser bei der israelischen Razzia ums Leben gekommen sein. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus palästinensischen Sicherheitskreisen. Scharch ist laut dem israelischem Militärrundfunk für einen Selbstmordanschlag mit 23 Toten verantwortlich.

Ein weiterer bewaffneter Palästinenser war nach Militärangaben bereits am Samstagmorgen getötet worden. Am Freitagabend wurden nach palästinensischen Augenzeugenberichten zwei junge Männer erschossen. Der eine sei auf dem Balkon seines Hauses getroffen worden, sein Bruder und sein Vater wurden bei dem Vorfall schwer verletzt. Auf einem Hausdach sei ein 18-Jähriger erschossen, der einen Benzinkanister in der Hand gehalten habe.

Bei einer Demonstration in einem arabischen Vorort von Jerusalem bekämpften sich am Samstag Bewohner und Polizisten. Die Proteste richteten sich gegen den Bau des Sperrwalls an der Grenze zum Westjordanland, der den Vorort A-Ram von Jerusalem abschneiden würde.

Die Polizei ging mit Gummigeschossen, Wasserwerfern und Tränengas gegen die 3000 Demonstranten vor, die nach israelischen Angaben mit einer Axt, Steinen und Hämmern nach den Sicherheitskräften geworfen hatten. Neun Palästinenser wurden verhaftet.

Ein Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP wurde nach Augenzeugenberichten von Polizisten so heftig geschlagen und getreten, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste.

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