Demonstrationen
Hunderttausende fordern ein sozialeres Israel

Hunderttausende aufgebrachte Bürger gehen in Israel auf die Straße. Sie fordern lautstark, was sich viele bislang nur insgeheim wünschten: Die Politik soll sich mehr mit Problemen im eigenen Land beschäftigen.
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Tel AvivWas vor knapp zwei Monaten mit ein paar Zelten in der Innenstadt von Tel Aviv als Protest gegen hohe Mieten begann, ist inzwischen ein Schrei nach grundlegenden Veränderungen geworden. Zwar etwas diffus, aber immer machtvoller. „Wir verlangen eine einzige Sache, nicht leicht, aber einfach - in diesem Land leben zu können“, sagt der Studentenführer Itzik Schmueli vor etwa 300.000 Demonstranten in Tel Aviv. „Wir wollen diesen Staat Israel nicht nur lieben, sondern ihn ihm auch in Würde leben können.“

450.000 Menschen demonstrierten am Samstagabend landesweit beim siebten der mittlerweile fast traditionell gewordenen Samstagsmärsche für eine gerechtere Gesellschaft. Konkrete politische Forderungen werden kaum gestellt. Sie könnten die Bewegung schnell spalten. Die hohen Militärausgaben, die staatlichen Zahlungen für das Schulsystem der Orthodoxen oder die Siedlungen im Westjordanland kommen in der Diskussion deshalb kaum vor.

Vor allem die hohen Ausgaben für das Militär, der dickste Haushaltsbrocken, stehen kaum im Mittelpunkt der Proteste. Und auch einen Ruf nach Frieden mit den arabischen Nachbarn gibt es nicht, denn darauf wagt derzeit in Israel kaum jemand zu hoffen. Dabei könnten beim Militär rein rechnerisch die Mittel frei gemacht werden, die für die Finanzierung der Forderungen nach kostenlosen Kitas, mehr Sozialwohnungen oder höheren Bildungsausgaben notwendig wären.

Höchstens ganz vorsichtig wird der Zusammenhang zwischen militärischer und sozialer Sicherheit erwähnt: „Guten Abend Ihr alle, die Ihr von der Regierung immer noch außer nationaler Sicherheit auch soziale Sicherheit fordert, nicht nur Schutz vor Raketen (aus dem Gazastreifen), sondern auch Schutz vor hohen Preisen“, sagte Schmueli bei der Kundgebung vor einer Woche.

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  • "Unrecht Gut gedeiht nicht", sagt der Volksmund.

    Der Staat wurde durch Massaker und Massenmord gebründet. Ein Land was man so erworben hat, ist Blut-getränkt und jeder der sich dort nieder läßt, wird leiden.

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