Demonstrationen in Istanbul
Tausende wollen Anerkennung von „Völkermord“

In Istanbul haben Tausende für eine Anerkennung des Völkermords an den Armeniern protestiert. Der von der türkischen Regierung nicht anerkannte Genozid jährt sich dieses Jahr zum 100. Mal. Die Polizei hielt sich zurück.
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IstanbulTausende Menschen haben in der türkischen Metropole Istanbul für die Anerkennung der Gräueltaten an den Armeniern vor 100 Jahren im Osmanischen Reich als „Völkermord“ demonstriert.

Der Protestmarsch zog am Freitagabend durch die zentrale Einkaufsmeile Istiklal Caddesi. Er endete kurz vor dem Taksim-Platz, den die Polizei gegen Demonstranten abgeriegelt hatte. Teilnehmer des Marsches riefen „Wir sind alle Armenier“.

An der Spitze des Protestmarsches trugen Demonstranten ein Plakat mit der Aufschrift: „Der Völkermord dauert an“. Auf einem weiteren Transparent stand: „Setzt Euch im 100. Jahr mit dem Völkermord auseinander“.

Die Istanbuler Polizei, die für ihr häufig brutales Auftreten gegen Demonstranten regelmäßig in der Kritik steht, hielt sich zurück. Die meisten Polizisten trugen keine Helme, weder Wasserwerfer noch Tränengas kamen zum Einsatz.

Die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches lehnt eine Bewertung der Gräueltaten gegen die Armenier als Genozid ab. Am Freitag gedachten Armenier weltweit der Opfer der Massaker, die am 24. April 1915 mit Festnahmen prominenter Armenier in Konstantinopel (Istanbul) begannen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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