Demonstrationen
Tausende protestieren gegen Terror in Nordirland

Mehrere tausend Menschen haben in Nordirland gegen den neu entflammten Terror in der einstigen britischen Krisenprovinz demonstriert. Die Menschen versammelten sich in mehreren Städten zu stillen Protesten, darunter in Belfast und Londonderry.

LONDON. Mahnwachen gab es auch in Craigavon südwestlich von Belfast. Dort war am Montagabend ein Polizist von Mitgliedern einer Splittergruppe der ehemaligen Terrororganisation IRA erschossen worden. 48 Stunden zuvor hatten Aktivisten eine andere IRA-Splittergruppe zwei Soldaten vor einer Kaserne erschossen. Derweil befragte die Polizei weiter zwei 17 und 37 Jahre alte Männer, die am Vortag in Craigavon festgenommen worden waren.

In Rom verurteilte Papst Benedikt XVI. die Terroranschläge. "Ich lehne diese verdammenswerten terroristischen Attentate zutiefst ab, die neben der Entwürdigung menschlichen Lebens, die sie bedeuten, auch den politischen Prozess in Nordirland in ernste Gefahr bringen", erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Ende seiner Generalaudienz.

In London zeigten sich die Abgeordneten des Unterhauses solidarisch mit den Demonstranten und den Hinterbliebenen der Opfer. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sagte, die Menschen in Nordirland setzten mit ihren Mahnwachen ein einheitliches Zeichen gegen "kriminelle Gewalt". Sie zeigten, dass sie einen Frieden wollten, "der von Mördern nicht zerstört werden" könne. "Wir werden alles was in unserer Macht steht tun, um diese Mörder ihrer gerechten Strafe zuzuführen."

Die IRA-Splittergruppen wollen mit Gewalt eine Abspaltung Nordirlands von Großbritannien durchsetzen. Politiker aller Lager hatten die Bluttaten schärfstens verurteilt und zur Fortsetzung des Friedensprozesses gemahnt. Bei den drei Opfern handelt es sich um die ersten Terror-Toten seit vor elf Jahren das nach schwierigsten Verhandlungen zwischen Katholiken und Protestanten erreichte Friedensabkommen unterzeichnet worden war.

"Niemand auf der Insel Irland unterstützt diese Aktivitäten", sagte der britische Nordirlandminister Shaun Woodward, der am Dienstagabend zu einem Krisentreffen mit dem irischen Außenminister Micheal Martin und dem irischen Justizminister Dermot Ahern zusammengekommen war. Der nordirische Ministerpräsident Peter Robinson und sein Stellvertreter Martin McGuinness wurden am Mittwoch in den USA erwartet. Der Besuch, der sie kommende Woche auch zu US-Präsident Barack Obama führt, hatte sich wegen der Anschläge zweimal verzögert.

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