Demonstrationen vor Staatsbesuch Anfeindungen gegen Merkel in Athen

Vor Merkels heutigem Besuch in Athen gab es heftige Proteste. Auf Transparenten griffen Demonstranten die deutsche Regierungschefin scharf an. Darüberhinaus sollen Hacker griechische Internet-Seiten attackiert haben.
Update: 09.10.2012 - 03:40 Uhr 63 Kommentare

Tausende Griechen protestieren gegen Merkel-Besuch

AthenTausende Griechen haben am Montagabend in Athen gegen den Sparkurs und den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) protestiert. Einzelne Demonstranten trugen Plakate mit beleidigenden und diffamierenden Aufschriften. „Raus aus unserem Land, du Schlampe“, hieß es auf einem Plakat. „Tochter Hitlers, raus aus Griechenland und kein Viertes Reich“, stand auf einem anderen. Linke Demonstranten trugen ein großes Transparent mit der deutschen Fahne und einem abgeänderten Vers von Berthold Brecht: „Angela weine nicht. Da ist nichts im Schrank, was zu holen wäre.“

„Mit unserer Präsenz wollen wir unsere Politiker dazu bringen, endlich Nein zum endlosen Sparen zu sagen“, sagte eine Demonstrantin der Nachrichtenagentur dpa. „Die Kapitalisten sollen zahlen“, skandierten andere Demonstranten. „Nehmt das Sparprogramm und haut hier ab“, riefen die Demonstranten den Abgeordneten zu.

Unterdessen wurde bekannt, dass Hacker mehrere Internet-Seiten der griechischen Regierung ins Visier genommen haben. Die Gruppe Anonymous brüstete sich am Montagabend auf Twitter mit den Angriffen und begründete die Cyber-Attacken mit dem angekündigten Großaufgebot der Polizei zur Absicherung des Besuchs von Merkel. Die griechische Regierung erinnere mit diesem Vorgehen an die Praktiken der früheren Militärdiktatur, kritisierte das Hacker-Netzwerk auch in einer auf YouTube veröffentlichten Botschaft.

Das Ausmaß der Hacker-Angriffe blieb zunächst unklar. Am Montagabend konnten mehrere Regierungsseiten im Netz vorübergehend nicht aufgerufen werden. Betroffen waren unter anderem die Homepages der Polizei und des Justizministeriums. Die Polizei teilte mit, sie prüfe derzeit noch, wer hinter den Hackerangriffen stecke.

Für den Merkel-Besuch hat die griechische Regierung große Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Rund 7000 Polizisten werden eingesetzt, um das Zentrum der Hauptstadt abzuriegeln. Für Dienstagmittag sind weitere Proteste geplant - genau zu der Zeit, wenn sich Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras und Merkel treffen sollen.

Die Polizei stellte auch Einheiten zum Schutz der deutschen Botschaft und anderer deutscher Einrichtungen bereit, wie die griechische Presse berichtete. Verdächtige sollten vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen werden.

Die beiden größten Gewerkschaften des Landes haben für Dienstag eine Großdemonstration im Zentrum Athens angekündigt. Auch die Kommunisten und die größte Oppositionspartei im Parlament, das Bündnis der radikalen Linken (Syriza), riefen zu Kundgebungen auf. Man werde „alles mobilisieren, was man auf die Straße bringen kann“, hieß es. Der Chef der Linken, Bernd Riexinger, will an den Protesten teilnehmen, bestätigte ein Parteisprecher. Riexinger plant auch, den Vorsitzenden des linksradikalen Syriza-Bündnisses, Alexis Tsipras, treffen. Vor der deutschen Botschaft will außerdem die nationalpopulistische Partei der „Unabhängigen Griechen“ demonstrieren.

Merkel wirbt um Verständnis für Griechenland
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63 Kommentare zu "Demonstrationen vor Staatsbesuch: Anfeindungen gegen Merkel in Athen"

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  • Also, das jetzt hier schon wieder die "2. Weltkrieg Argumentation gebracht wird, ist echt nervig. Schließlich war keiner von uns jetztigen Steuerzahlern dafür verantwortlich.
    Ich glaube auch nicht das die Hilfe für Griechenland das größte Problem ist, sondern viel eher die Tatsache, dass die Griechen kaum bis keinen Reformwillen und uns bzw. unsere Regierung noch beschimpfen.
    Die scheinen einfach nicht zu begreifen, dass es uns keine Freude bereitet für anderer Leute Schulden arbeiten zu gehen.


  • Das griechische Protestpotential ist so ungut nicht. Nur schade, es richtet sich nicht gegen die eigene Fettklasse.
    Halt wie bei uns, in der Ttaverne die grosse Klappe, ansonsten den Schuldigen bei EU/Deutschland suchen. Fuenf Kreditkarten nerven schon gewaltig, lieber Grieche , die Zeit grosskotzigen Geldverteilens ist für manche halt nun zu Ende. Packt endlich euere Korrupten am Schopf und jagt sie ausser Landes bzw hinter Gittern.. Baut mit der Jugend und Intelligenzia einen neuen, anständigen Staat auf.

    Die gekauften Protestler wuerd ich nicht ernst nehmen.

    Aber solang Martin Schulz, Samaras und Co. etc die EU Politik im Griff haben, steht keine wirksame Änderung gegenueber solchen Gesinnungstätern mafioesen Hintergrundes an. Mafia rulez

  • @Leser

    "...wie immer meckern die Deutschen auf hohem Niveau!"
    --> Natürlich. Wir erwirtschaften viel, profitieren davon aber nur unterdurchschnittlich.

    "Exportweltmeister Deutschland" ...
    --> dem ist nicht so, das ist China

    "dass wir durch den Euro jahrelang profitiert haben und unser Ansehen immer noch bestens ist, wird natürlich sofort vergessen."
    Stimmt auch nicht. Profitiert haben nur das Großkapital und die großen exportorientierten Konzerne. Der normale Arbeitnehmer muss seit Einführung des Euro Reallohnverluste hinnehmen. 1Euro-Jobber, Aufstocker, Renten, die nicht zum Leben reichen werden sind Folge des Ganzen Konstrukte Euro.
    Ansehen ja, aber nur als Geldgeber ohne Gegenleistung, ansonsten wird die Geschichte bemüht.

    In Deutschland muss niemand auf der Straße leben oder hungern. Von diesen Verhältnissen können andere Länder nur träumen...
    --> auch das stimmt nicht. In Vielen Familien ist das Geld so knapp, dass es Ende des Monats durchaus mal zu Tagen kommt, an denen das Geld einfach nicht mehr für die Ernährung reicht und man mit Hunger ins Bett gehen muss. Ja, in Deutschland.

    Deshalb wäre es besser, erst einmal die eigene Bevölkerung mit dem nicht vorhandenen Geld zu unterstützen, anstatt damit ausländische Millionäre, die keine Steuern zahlen, Banken, die erst horrende Zinsen verlangen um anschließend das eingetretene Risiko dem Steuerzahler aufzubürden, ein "weiter so" zu ermöglichen.

    Sie verfallen der linken Propaganda-Maschinerie unter Ausblendung der tatsächlichen Entwicklung in diesem Land. Gemacht von Politikern, die nur ein Ansteigen Ihrer Diäten kennen, nie richtig gearbeitet haben und als Abgeordneter ihren Pflichten ebenfalls nicht nachkommen.

  • Leser, wo ich lebe, ist "Merkel" ein Schimpfwort. Soviel zum Ansehen. Das ist neu und fing an mit den Rettungspaketen.
    Und dass es den Deutschen so gut geht, habe ich bei meinem letzten Deutschlandbesuch gesehen. Es dauerte keine 30 Sek. bis jemand die schmierige Mülltonne durchwühlte, in die ich gerade Essensreste geworfen hatte. Meine Kinder standen mit grossen Augen daneben - so etwas hatten sie noch nie gesehen und wir reisen viel.

  • Offensichtlich sind die meisten hier auf Grund ihrer Sprachunkenntnis nicht richtig informiert

    Wieder verkehrt, weil selbst mit fünf fliessenden Sprachen wird es noch nicht richtiger. Demagogie und nichts anderes mit dem Zwecke noch mehr Geld rauzuschinden bis in alle Ewigkeit. Dass Griechenland macht, was es will, aber endlich aufhört andere mit in den Dreck reinzuziehen.

  • @PubliusAeliusHadrianusGraeculus

    Das Einzige, was Sie hier machen, ist Demagogie und nichts anderes. Mit Logik haben Sie scheinbar nichts am Hut, weil sonst würden Sie nicht so pauschalisieren und vor allen Dingen polarisieren mit dem Schluss, dass die Deutschen für ewig und immer Täter sind.

    Was ist der Zweck? Ein billiger, nämlich wieder kollektive Schuldzuweisung. Einfach nur widerlich. Da kann einem wirklich der Hut hochgehen.

    Genau aus diesem Grunde wird die EU NIE funktionieren.

  • ...wie immer meckern die Deutschen auf hohem Niveau!
    "Exportweltmeister Deutschland" ...dass wir durch den Euro jahrelang profitiert haben und unser Ansehen immer noch bestens ist, wird natürlich sofort vergessen.
    In Deutschland muss niemand auf der Straße leben oder hungern. Von diesen Verhältnissen können andere Länder nur träumen...

    Natürlich geht es dem Volk in Griechenland schlecht, gar keine Frage. Doch man muss auch handeln, zurückstecken,dem ganzen Zeit geben und an der Wirtschaft teilnehmen um danach profitieren zu können. Ohne Leistung- keine Bezahlung. Erst dann wenn die Reformen wirken und Strukturen verbessert werden kann es dem Volk und Europa wieder besser gehen. Doch dafür müssen die Politiker auch die entsprechenden Fäden ziehen. Wir benötigen Geduld und hoffentlich kluge Entscheidungsträger.

  • Und? Sind die nationalen Politiker besser deren Steuerzahler neben den eigenen aufgeblasenen und überbezahlten Verwaltungsapparat auch noch das Ausland mit deutschen Steuergeld fluten. Oder sind es die, die in der Lage sind diese Quellen anzuzapfen. Subjektiv fühle ich mich betrogen von der eigenen Politiker- und Beamtenschaft.

    Bei uns wird der Steuerzahler gläsern und ausgenommen während anschliessend ein Teil davon in ausländischen Finanztöpfen landet. So ein Europa brauche ich nicht.

    Es ist eindeutig: In Deutschland sind die Steuern zu hoch und der Umgang mit deutschen Steuergelder durch die Politik und Beamtenschaft unverantwortlich. Besser das Geld bleibt an der Quelle die es erwirtschaftet hat statt es sinnlos durch Verwaltungsapparate verprassen zu lassen.

  • In Griechenland gibt es wenigstens noch Gewerkschaften. In Deutschland wohl nicht. Warum lassen die dt. Gewerkschaften, ohne Protest zu, dass die Steuergelder von dt. Kleinverdienern nach Südeuropa transferiert werden? Aber auch der Arbeitnehmer in Dtl. protestiert nicht. Hier geht es eben noch allen zu gut - noch.

  • Es lebe die südländische Gastfreundschaft...

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