Denkmal-Streit
Russland liefert wieder Öl über estnische Häfen

Zwei Wochen nach den Krawallen wegen der Verlegung eines sowjetischen Soldaten-Denkmals in Tallin hat Russlands staatliche Eisenbahngesellschaft ihre Treibstofflieferungen an estnische Exporthäfen wieder aufgenommen. Als Grund waren offiziell Reparaturarbeiten angegeben worden, was niemand so recht glauben mochte.

HB MOSKAU. Der Lieferverkehr habe wieder seinen vollen Umfang erreicht, hieß es am Donnerstag in Branchenkreisen. Die russische Bahn hatte die Drosselung Anfang des Monats mit Reparaturarbeiten an der Strecke begründet. Händler bezeichneten sie aber als Reaktion der Regierung in Moskau auf den Streit mit Estland über die Demontage des Denkmals aus der Sowjet-Ära.

Die estnischen Häfen Tallinn und Muuga dienen als Umschlagplätze für rund ein Viertel der russischen Exporte von Ölverarbeitungsprodukten. Ihre Kapazität ist weit größer als die kleinerer Verladehäfen an Russlands Ostsee- und Schwarzmeerküsten. Branchenkreisen zufolge waren im Mai bis zu 50 000 Tonnen Leichtölprodukte und mehr als 300 000 Tonnen Schweröl von den Einschränkungen betroffen.

In Kreisen ausländischer Handelsfirmen hieß es, die Rücknahme der Maßnahmen sei nicht überraschend. Auf Grund mangelnder Kapazitäten könne Russland keine so großen Mengen umleiten. Vor dem Hintergrund des Streits um die Verlegung des Kriegerdenkmals hatte Russland auch eine Grenzbrücke für den Lastverkehr gesperrt, die täglich von hunderten Transportern befahren wird. Auch die Kohlelieferungen wurden gedrosselt. Die Regierung in Moskau hatte die Denkmal-Verlegung als Affront aufgefasst.

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