Denkmal-Streit
Russland schränkt Estland-Verkehr immer weiter ein

Nach der Verlegung eines sowjetischen Kriegerdenkmals in Tallinn hat Russland den Personen- und Güterverkehr mit Estland weiter eingeschränkt: Nach der Einstellung einer Zugverbindung limitierte Moskau den Verkehr auf der wichtigsten Straßenverbindung.

HB TALLINN/MOSKAU. Die russischen Behörden sperrten am Mittwoch die Straßenbrücke über den Fluss Narowa für Lkw mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Ein Sprecher der Regionalverwaltung verwies zur Begründung auf bauliche Mängel. Die Brücke ist Teil der wichtigsten Straßenverbindung zwischen Russland und Estland. Sie verbindet die estnische Stadt Narwa mit Iwangorod in Russland.

Lastwagen werden auf Grund der Sperre zu einem großen Umweg gezwungen. Erst am Dienstag hatte die russische Eisenbahn den Personenzugverkehr zwischen St. Petersburg und Estland eingestellt. Als Grund wurde eine zu geringe Nachfrage angegeben.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich erheblich verschlechtert, nachdem ein Kriegerdenkmal aus dem Zentrum der estnischen Hauptstadt Tallinn an den Stadtrand verlegt worden war. Bei Protesten von Demonstranten mit russischem Hintergrund wurde eine Person getötet, mehrere hundert wurden verletzt.

Am Mittwoch nutzte der russische Präsident Wladimir Putin die Feiern zum Jahrestag des Kriegsendes zum Anlass für eine indirekte Kritik an Estland. Vor mehreren tausend Veteranen, Soldaten und Würdenträgern verurteilte er die „Entehrung von Denkmälern für Kriegshelden“. Damit werde „Feindschaft und neues Misstrauen zwischen Völkern und Menschen“ gesät, sagte Putin.

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