Dennoch Gefahr
Großbritannien senkt Terrorwarnstufe

Das britische Innenministerium hat in der Nacht zum Montag die Terrorwarnstufe von „kritisch“ auf „ernst“ abgesenkt. Dennoch herrscht höchste Wachsamkeit. Großbritannien ist nach bisherigen Erkenntnisse von Polizei und Geheimdiensten weit stärker vom Terror bedroht als gedacht.

HB LONDON. In einer Erklärung des Innenministeriums vom Montagmorgen hieß es, die Senkung der Warnstufe bedeute, dass die Möglichkeit eines Terroranschlages immer noch sehr wahrscheinlich sei, aber das auf Grund von Geheimdienstinformationen ein Attentat nicht mehr unmittelbar bevorstehe.

Im Rahmen der Absenkung der Warnstufe wurde auch das Verbot für Handgepäck für Flugpassagiere aufgehoben. Bestimmte Einschränkungen für den Inhalt des Handgepäcks blieben aber bestehen, teilte das Transportministerium mit.

Nach den vereitelten Terroranschlägen am vergangenen Donnerstag hatte die britische Regierung die höchste Warnstufe „kritisch“ ausgerufen. Innenminister John Reid hatte am Sonntag noch erklärt, die Warnstufe könne nicht abgesenkt werden: „Wir glauben, wir haben die Hauptverdächtigen dieses Terrorplans. Aber da sind immer noch Menschen da draußen, die solche Anschläge ausführen würden.“

Großbritannien sei noch weit stärker durch terroristische Anschlagspläne bedroht als bislang befürchtet. Allein seit den verheerenden Selbstmordattentaten in der Londoner U-Bahn vor einem Jahr mit mehr als 50 Toten seien vier potenziell folgenschwere Terrorangriffe verhindert worden, sagte Reid. Er bestätigte einen Bericht der Sonntagszeitung „The Observer“, wonach Anti-Terror-Einheiten mit bis zu einem Dutzend verschiedener Operationen gegen Attentäter beschäftigt seien.

Nach Angaben der BBC fürchten die Ermittler Anschläge von bislang unentdeckten und isolierten Extremistengruppen. Zugleich würden sie Hinweisen darauf nachgehen, dass die mutmaßlich an Plänen zur Sprengung von Passagierflugzeugen Beteiligten Verbindungen zum El-Kaida-Netzwerk in Pakistan hatten. Zumindest einige von ihnen könnten zudem nach Einschätzung des Geheimdienstes MI5 mit den Attentätern in Verbindung gestanden haben, die am 7. Juli vergangenen Jahres Bombenanschläge im Londoner U-Bahnnetz verübten.

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