Der Check zum Dow Jones Sustainability Index ist Motor und Frühwarnsystem
Ratings beeinflussen Unternehmen direkt in ihren Entscheidungen

Anfang September: Stolz teilt die Lufthansa mit, sie habe ihre Spitzenpositionen in den Dow Jones Sustainability Indices gehalten, ihre Anstrengungen seien gewürdigt worden. Und Philips Electonics brüstet sich, im DJSI bestes Unternehmen der Verbraucherelektronik geworden zu sein. Für Großkonzerne ist es inzwischen eine Imagefrage, in einem Nachhaltigkeitsindex vertreten zu sein. Wer auf sich hält, strebt eine Notierung im weltweit renommierten DJSI an, den es seit 1999 gibt. Auch der 2001 aufgelegte FTSE4Good ist anerkannt. Wer dazu gehören will, muss jedoch zahlreiche Kriterien zum nachhaltigem Wirtschaften erfüllen. Die Ratings sind aber nicht nur bloße Bestandsaufnahmen, sondern bewirken vielfach konkrete Änderungen der Firmenpolitik.

„Einige internationale Unternehmen nutzen den DJSI Fragebogen als Leitplanke für ihre interne Strategieentwicklung hinsichtlich nachhaltigen Wirtschaftens“, berichtet Alexander Barkawi, Managing Direktor der für den DJSI zuständigen Schweizer Rating-Agentur SAM. Sie ermittelt den Besten einer Branche. Nicht in einem Index zu sein, nehmen Unternehmen als Ansporn, Verbesserungen einzuleiten.

Anfang September hat daher auch T-Online den Sprung in den DJSI geschafft. Mutter Deutsche Telekom hatte das 1999 vorgemacht. Der Konzern hat die Beibehaltung von führenden Positionen bei Nachhaltigkeitsratings in die Unternehmensziele aufgenommen. „Das Rating zum DJSI ist für uns eine sehr aussagekräftige, externe, unabhängige Bewertung unserer Aktivitäten. Die Ergebnisse des jährlichen Ratings zeigten uns wiederholt wertvolle Hinweise für Verbesserungspotenziale“, begründet Ignacio Campino, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit.

Beispielsweise hätten die Ratings die Absicht des Unternehmens bestärkt, eine konsequente Steigerung der Kohlenstoffeffizienz anzustreben. Durch den systematischen Einkauf von Strom aus hocheffizienten Stromerzeugungsanlagen sei es gelungen, den Energieverbrauch von den CO2-Emissionen abzukoppeln.

Der Konzern zentralisierte den Themenkomplex Nachhaltigkeit – ein jährlicher Bericht aller Betriebsteile an den Vorstand ist Pflicht. Der drängte die Onlinetochter, sich aktiv mit dem Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologi-schen und sozialen Aspekten des Wirtschaftens zu beschäftigen und den Fragebogen dieses Jahr ernsthaft auszufüllen. „Indem T-Online das Managementsystem und die offenere Kommunikation von der Deutschen Telekom übernahm, gelang der Sprung in den DJSI“, sagte SAM-Analyst Edoardo Gai.

Dazu zu gehören heißt aber auch, dass man nicht rasten darf. So wurde im September der niederländische Chemiekonzern DSM in den DJSI aufgenommen und auf Anhieb Klassenbester der Branche. Vor zwei Jahren stand noch BASF auf dem obersten Treppchen. „Die Bewertungsunterschiede sind zwar gering, zeigen aber, dass man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen kann“, erläutert SAM-Analystin Regula Ritter. Voll Stolz hatte BASF den „Feedback-Report“ der Agentur 2001 in den Nachhaltigkeitsbericht aufgenommen. Vergangenes Jahr fiel die Be-wertung nicht ganz so gut aus. Und prompt veröffentlichte das Unternehmen sie auch nicht.

Gleichwohl ist BASF neben Du Pont und Air Products & Chemicals noch in der Spitzengruppe der Branche. Der Weg dorthin war holprig. Erstmals ließen sich die Ludwigshafener 1999 den Fragebogen von SAM schicken. Aber wie für viele andere war es für sie ein Novum, dass Finanzanalysten auch nach Umwelt- und Sozialdaten fragen. BASF füllte den Bogen nur teilweise aus und konnte viele Fragen mangels Daten nicht beantworten. Prompt lehnte der DJSI die Aufnahme ab.



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