Der Kreml zeigt Härte
Putin führt das Kommando

Kaschiert als Befreiung zweier russlandfreundlicher Regionen von georgischer „Besatzung“, wollte Russland mit unmissverständlicher Härte demonstrieren, wer das Sagen hat im postsowjetischen Raum. Der Kreml hat sein Ziel erreicht, Georgien liegt weitgehend am Boden.

MOSKAU. Entrüstet berichtete Georgiens Präsident Michail Saakaschwili dem US-Nachrichtenkanal CNN, auf der Bombe eines abgeschossenen russischen Kampfjets habe ein "Gruß an Nato und Amerika" gestanden. Beweisen konnte er weder Bombengruß noch Flugzeugabschuss, der Kreml dementierte umgehend.

Doch ob der Vorwurf stimmt oder nicht - indirekt sind die russischen Aktivitäten im Kaukasus tatsächlich ein hämischer Gruß an den Westen. Kaschiert als Befreiung zweier russlandfreundlicher Regionen von georgischer "Besatzung", will der Kreml mit unmissverständlicher Härte demonstrieren, wer das Sagen hat im postsowjetischen Raum.

Russland habe schon die Bombardierung Serbiens und die Anerkennung des Kosovos zugelassen, sagt Alexej Malaschenko, Kaukasus-Experte des Carnegie-Zentrums in Moskau. "Jetzt sah der Kreml keinen anderen Ausweg, als in dieser Situation Muskeln zu zeigen." Ähnlich argumentiert der Moskauer Außenpolitik-Experte Fedor Lukjanow: "Russland ist es wichtig, der Welt militärische Stärke zu beweisen." Denn dass der Kreml seine Macht tatsächlich in der eigenen Nachbarschaft einsetzt - das sei neu.

Dabei traf der georgische "Blitzkrieg" die Moskauer Führung unvorbereitet. Präsident Dmitrij Medwedjew weilte nichtsahnend im Urlaub, Premier Wladimir Putin war bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking. "Doch wenn Saakaschwili geglaubt hat, der Kreml werde sich heraushalten, war das eine große Dummheit", sagt Lukjanow.

Seite 1:

Putin führt das Kommando

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%