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„Bitte vergesst uns nicht“

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Die andere Welt hinter dem Tor

Soldaten in Mali. Quelle: Reuters
Soldaten in Mali. Quelle: Reuters

Selbst wenn die Malier schon lange in Frankreich leben, sind sie sehr eng mit der Heimat verbunden. Sie schicken nicht nur Medikamente. „ Mali ist auf die Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Geldüberweisungen aus der Diaspora sollen die zweitwichtigste Einnahmequelle des Landes sein. Doch die Beziehungen gehen weit über das rein Ökonomische hinaus. „Bei wichtigen Entscheidungen etwa in einer Familie werden oft die Ältesten in Mali befragt“, sagt Voynet. Sucht jemand einen Malier in Frankreich, wendet er sich an Leute in der Hauptstadt Bamako, die ziehen Informationen in einem der „foyers“ – Wohnheime –in Frankreich ein, die von Maliern bewohnt werden. „In Montreuil gibt es allein zehn, der bekannteste ist der Foyer Bara, der hat es sogar bis in einen Roman geschafft“, sagt Voynet: „Der Foyer Bara, das ist Afrika.“

Frankreich

Das Wohnheim wurde als Schlafstätte für Wanderarbeitnehmer Ende der 60er-Jahre in einer alten Fabrik eingerichtet, mit 60 Zimmern, in denen bis zu zehn Betten aufgestellt wurden. Für 400 bis 500 Bewohner geplant, wohnen heute ungefähr tausend Afrikaner dort. „Einige mit Berechtigungsschein und Papieren, andere nur mit Papieren und wieder andere auch ohne Papiere“, sagt Voynet lakonisch.

Tritt man durch das große Tor, öffnet sich wirklich eine andere Welt. Mit Frankreich hat das nicht mehr viel zu tun. Der enge Innenhof steht voller niedriger Tische, an denen vor allem Lebensmittel, Schokoriegel und Zigaretten aller erdenklichen Marken feilgeboten werden. Vom Erlös der Glimmstengel dürfte der französische Fiskus wenig haben.

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Das emsige Kommen und Gehen, der ständige Abtransport irgendwelcher Kisten und Säcke erinnern an einen Markt in einem Entwicklungsland. Doch unter der Oberfläche gibt es klare Strukturen. Man kann nicht einfach mit irgendjemand sprechen. „Fragen Sie bitte den da hinten, der mit der Fahne, der entscheidet das.“ Der Mann scheint eine Art Aufseher des Foyers zu sein, ist aber sehr aufgeschlossen: „OK, sie können in unser Café gehen und da reden, mit wem sie wollen.“

  • 29.01.2013, 13:39 Uhrcatweezle

    @ Eule: Frankreich ist halt eine grand nation, und in Mali liegt Uran zum Füttern der AKW ohne die, die Atombombennation kaum denkbar wäre. (Vorsicht kann Ironie enthalten)

  • 29.01.2013, 12:31 UhrEule

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • 29.01.2013, 11:39 UhrOmarius

    wäre das net ne idee das die ihre heimat aufbaun

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