0 Bewertungen
16.05.2008 

Merkel hat bislang auf ihrer ersten Lateinamerika- Reise nicht direkt auf die Vorwürfe von Chávez reagiert. In Lima betonte sie in einer Rede aber ausdrücklich, dass Europa und Lateinamerika „gleichberechtigte Partner“ seien. In Brasilien hatte sie gesagt, sie freue sich auf den Lateinamerika-Gipfel und werde „freundlich guten Tag“ sagen.

Perus Staatspräsident García meinte, ihm tue leid, was Chávez über Merkel sage. Er habe keine Ideen. Schreien können man nur, wenn man auch Lösungen vorzuweisen habe. Er nahm auch Merkel gegen den Vorwurf des Neoliberalismus in Schutz. „Deutschland ist ein gerechtes Land.“

Neben den Hitler-Vergleich hatte Chávez vorgeworfen, ihn grundlos „mit Steinen“ zu bewerfen. Sie sei zudem nicht die einzige Stimme der Europäischen Union.

In ihrer Rede in Lima auf einem Wirtschaftstreffen versuchte Merkel auch, Irritationen bei den Lateinamerikanern wegen der Vorbehalte der Europäer gegen die gegenwärtig praktizierte Herstellung von Biosprit zu beseitigen.

Sie betonte, dass Europa und Deutschland grundsätzlich offen für die Einfuhr seien. Die Produktion müsse aber nachhaltig erfolgen und dürfe etwa nicht zulasten der Lebensmittelproduktion gehen.

Während des Besuchs in Peru wurde zwischen einem deutschen und einem peruanischen Unternehmen ein Abkommen über die Bewässerung von 30 000 Hektar Wüste mit einem Volumen von 400 Millionen US-Dollar (258,8 Millionen Euro) geschlossen. Auf der Fläche soll in einigen Jahren ebenfalls Biokraftstoffe angebaut werden.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

  • Südossetien und Abchasien...

    Südossetien und Abchasien – abtrünnig und weitgehend isoliert

    Die autonomen Gebiete Südossetien und Abchasien in Georgien gelten seit vielen Jahren als Konfliktherde. Beide hatten sich nach dem Zerfall der Sowjetunion in Bürgerkriegen von Georgien abgespalten. Von der internationalen Gemeinschaft werden sie bis heute aber nicht a...Bildergalerie 

  • Aus dem Frühling in einen...

    Aus dem Frühling in einen frostigen Winter

    In dieser Woche jährt sich das Ende des „Prager Frühlings“ von 1968. Damals wollten tschechoslowakische Reformer das totalitäre System an eine Demokratie annähern. Der Versuch scheiterte in der Nacht zum 21. August 1968, als sowjetische Panzer auf Prag vorrückten.Bildergalerie 

  • „Das Schlimmste steht noc...

    „Das Schlimmste steht noch bevor“

    Die Finanzkrise beherrscht das diesjährige Treffen der Wirtschafts-Nobelpreisträger in Lindau. Die Top-Ökonomen Clive Granger, Daniel McFadden, John Nash und Myron Scholes analysieren für das Handelsblatt die Ursachen und skizzieren Wege aus der Krise. Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Ausgerechnet: Griechenlands Finanzminister als Robin Hood 

28.08.2008Global Reporting

Der griechische Finanzminister Giorgos Alogoskoufis ist auf Geldsuche. Sein Haushalt läuft aus dem Ruder. Findet er nicht bald weitere Einnahmequellen, droht dem Land ein neues Defizitverfahren der EU. Blog


weiterMadagaskar

Back to the USSR 

20.08.2008Madagaskar

Krieg als Mittel der Politik ist auch im 21. Jahrhundert keine Ausnahme und nicht den Despoten vorbehalten. Blog