Merkel hat bislang auf ihrer ersten Lateinamerika- Reise nicht direkt auf die Vorwürfe von Chávez reagiert. In Lima betonte sie in einer Rede aber ausdrücklich, dass Europa und Lateinamerika „gleichberechtigte Partner“ seien. In Brasilien hatte sie gesagt, sie freue sich auf den Lateinamerika-Gipfel und werde „freundlich guten Tag“ sagen.
Perus Staatspräsident García meinte, ihm tue leid, was Chávez über Merkel sage. Er habe keine Ideen. Schreien können man nur, wenn man auch Lösungen vorzuweisen habe. Er nahm auch Merkel gegen den Vorwurf des Neoliberalismus in Schutz. „Deutschland ist ein gerechtes Land.“
Neben den Hitler-Vergleich hatte Chávez vorgeworfen, ihn grundlos „mit Steinen“ zu bewerfen. Sie sei zudem nicht die einzige Stimme der Europäischen Union.
In ihrer Rede in Lima auf einem Wirtschaftstreffen versuchte Merkel auch, Irritationen bei den Lateinamerikanern wegen der Vorbehalte der Europäer gegen die gegenwärtig praktizierte Herstellung von Biosprit zu beseitigen.
Sie betonte, dass Europa und Deutschland grundsätzlich offen für die Einfuhr seien. Die Produktion müsse aber nachhaltig erfolgen und dürfe etwa nicht zulasten der Lebensmittelproduktion gehen.
Während des Besuchs in Peru wurde zwischen einem deutschen und einem peruanischen Unternehmen ein Abkommen über die Bewässerung von 30 000 Hektar Wüste mit einem Volumen von 400 Millionen US-Dollar (258,8 Millionen Euro) geschlossen. Auf der Fläche soll in einigen Jahren ebenfalls Biokraftstoffe angebaut werden.

