Der Tod von Millionen Menschen wird untersucht
Ermittlungen des Strafgerichtshofs zum Kongo-Konflikt

Der Tod von mehr als 2,5 Millionen Menschen im Kongo seit dem Zweiten Weltkrieg wird vom neuen Internationalen Gerichtshof in Den Haag untersucht. Das teilte Chefankläger Luis Moreno-Ocampo am Dienstag mit.

HB DEN HAAG. Das Weltgericht zur Verfolgung von Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sieht nach seinen Worten in diesem Konflikt das für Zivilisten verheerendste Ereignis seit dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 2,5 und 3,3 Millionen Menschen seien dabei laut Schätzungen bisher ums Leben gekommen, fügte er hinzu.

Vorerst analysiere das Gericht noch Informationen, sagte Moreno- Ocampo vor Journalisten in Den Haag. Erst wenn eine Kammer des Gerichts den Auftrag gibt, können offiziell Ermittlungen beginnen. In einem ersten Schritt will der oberste Ankläger die 91 Staaten, die den Gerichtshof tragen, zu eigenen Ermittlungen über finanzielle Beziehungen aus ihren Ländern zu Stellen in der Demokratischen Republik Kongo ermutigen. Dabei geht es nach seinen Angaben um illegalen Handel vor allem mit Diamanten, Gold, Kobalt und anderen wertvollen Rohstoffen aus dem afrikanischen Land.

Mit dem Erlös würden vielfach grausame Machtkämpfe in Kongo finanziert, unter denen die Zivilbevölkerung schwer zu leiden habe. So stünden Verbrechen gegen die Menschenrechte, die sich im Gebiet um Ituri ereigneten, offensichtlich in direktem Zusammenhang mit der Kontrolle über die Rohstoff-Gewinnung in dieser Region, meinte er. Zu den Ländern, in denen UN-Experten Firmen vermuten, die mit Stellen in Kongo illegale Geschäfte machten, zählte er Belgien und Deutschland. Finanzielle Verbindungen bestünden aber auch zu anderen Ländern Europas, Nordamerika, Asien und Afrika.

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