Detailfragen strittig
WTO-Beratungen gehen in Verlängerung

Die Delegationen der WTO konnten sich bis zum Morgen nicht auf ein Rahmenabkommen einigen. Man sei aber nahe dran, sagte EU-Agrarkommissar Fischler.

HB BERLIN. Das Ringen um ein Rahmenabkommen zum künftigen Welthandel in Genf geht weiter. Nach 14-stündigen Verhandlungen legten die Delegationen am Samstagmorgen eine Pause ein. Die Verhandlungen sollen am Mittag fortgesetzt werden. EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler sagte der Nachrichtenagentur AP, man sei nahe an einer Vereinbarung. Der kanadische Handelsminister Jim Peterson ergänzte, es gebe aber noch mehr zu tun.

Etwa 20 Delegationen nahmen an den nächtlichen Beratungen teil. Der Vereinbarung zustimmen müssen aber alle 147 WTO-Länder. Grundlage der Verhandlungen ist ein Kompromisspapier von WTO-Chef Supachai Panitchpakdi und dem Vorsitzenden des Generalrats, Shotaro Oshima. Dieser sieht Zugeständnisse beider Seiten vor. Im Gegenzug für den angekündigten Abbau der Subventionen erwarten die Agrar-Exporteure, dass andere Staaten ihre Einfuhrzölle senken - eine Forderung, die vor allem bei den afrikanischen Ländern umstritten ist.

Dem Papier zufolge soll die Subventionierung landwirtschaftlicher Produkte weltweit im ersten Jahr nach der Einigung um 20 Prozent reduziert werden. Die USA und die EU begrüßten den Text, da er auch bei den Einfuhrzöllen auf Industrieprodukte Einschnitte vorsieht. Andere Staaten zeigten sich jedoch zurückhaltend. Strittig seien noch Detailfragen, hieß es am Morgen in Genf.

Das Rahmenabkommen gilt als wichtiger Meilenstein, um die im Herbst 2001 in Doha im Golfstaat Katar angestoßene Welthandelsrunde erfolgreich zu Ende zu bringen. Ddadurch könnten die rund 100 Entwicklungsländer in der WTO stärker in die Weltwirtschaft eingebunden werden. Die Doha-Runde sollte eigentlich Anfang Januar 2005 beendet werden, doch Experten halten den Termin für längst nicht mehr einhaltbar.

Die WTO geht davon aus, dass ohne Einigung noch in diesem Monat die Gespräche bis mindestens Frühjahr 2005 auf Eis liegen werden, da die im November anstehende Präsidentschaftswahl in den USA und der Wechsel der EU-Kommission weitere Verhandlungen zunächst unmöglich mache.

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