Detektorentechnik
Hintergrund: Mit Hi-Tech auf Bombenjagd

Flüssigsprengstoff ist deswegen so gefährlich, weil er in unverdächtigen Komponenten zerlegt und in kleinen Mengen transportiert werden kann. Zwar gibt es Detektoren, um die gefährlichen Stoffe aufzuspüren, wegen hoher Kosten und komplizierter Bedienung sind sie aber kaum im Einsatz.

HB BOSTON. Verstecke, um Sprengsätze an Bord eines Flugzeugs zu nehmen, gibt es viele: Babyflaschen oder Zahnpastatuben - gefüllt mit Flüssigsprengstoffen können sie zur tödlichen Bombe werden.

Gearbeitet wird an Detektoren, die verdächtige Flüssigkeiten und Gele identifizieren können, unter anderem bei verschiedenen Unternehmen in den USA. Die zu Grunde liegende Technologie ist teilweise schon mehr als zehn Jahre alt. Zwei Apparate wurden bereits von der US-Verkehrssicherheitsbehörde TSA getestet und könnten innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit gemacht werden, sagt ein Sprecher von Rapiscan Systems.

In den USA und an Flughäfen im Ausland wird allerdings keines der Geräte verwendet. Vor allem, weil die rund 250 000 Dollar teuren Vorrichtungen nur schwer in bestehende Sicherheitssysteme zu integrieren sind: Jeder Rucksack, jede Handtasche und jeder Geldbeutel müssten zur Analyse in ein spezielles Fach gelegt werden, und damit würde der Check-in zu einer ausgesprochen langwierigen Angelegenheit. Außerdem geben die Geräte vergleichsweise häufig falschen Alarm, wie der Sicherheitsexperte Brian Ruttenbur erklärt. Deswegen - und auch deswegen, weil es bislang noch keinen erfolgreichen Anschlag mit Flüssigsprengstoffen gab - werden die USA wohl auch weiterhin an der bisherigen Gepäckkontrolle festhalten, sagt Rottenbur.

Vertraut wird dabei auf eine Reihe von Kontrollmechanismen, die an sich nicht auf die Identifizierung von Flüssigkeiten ausgelegt sind: Wichtigstes Instrument sind Metalldetektoren, an zweiter Stelle folgt die so genannte Puffer-Technologie. Dabei werden Partikel von verdächtigen Materialien „erschnüffelt“.

Um Sprengstoffe in flüssiger oder fester Form zu identifizieren, werden die Materialien in einem ersten Schritt beispielsweise mit Radiowellen oder Neutronen beschossen. Anschließend wird die Reaktion darauf gemessen, die von den chemischen Eigenschaften des Stoffes abhängt. Der Detektor kann so programmiert werden, dass er die chemischen Besonderheiten gefährlicher Materialien erkennt und Alarm schlägt.

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