Deutliche Abkehr von bisheriger Zurückhaltung
China fährt Krallen Richtung Taiwan aus

China hat Taiwan erstmals mit einer Einmischung gedroht, sollten die innenpolitischen Spannungen nach dem knappen Ausgang der Präsidentenwahl „außer Kontrolle geraten“. Nach der offiziellen Ausrufung von Präsident Chen Shui-bian zum Wahlsieger in Taipeh stärkte das Taiwanamt des Staatsrates in Peking am Freitag demonstrativ dem unterlegenen Oppositionskandidaten Lien Chan den Rücken.

HB PEKING/TAIPEH. Chan hätte die kommunistische Führung als Sieger lieber gesehen, weil er sich für eine Verbesserung der Beziehungen zu Peking einsetzt. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.

Die Wahlkommission habe „die starke Opposition“ von Lien Chans Kuomintang-Partei gegen das Wahlergebnis „ignoriert“, hieß es in einer Erklärung des Taiwanamtes. Die Regierung in Taipeh reagierte mit Verärgerung auf die Drohung und sprach von einer „groben Einmischung“ in die internen Angelegenheiten Taiwans.

„Wenn die Situation nach der Wahl außer Kontrolle gerät, soziale Unruhe ausbricht, das Leben von Menschen in Gefahr gerät und der Besitz unserer taiwanesischen Landsleute gefährdet und die Stabilität in Taiwan erschüttert wird, werden wir die Lage nicht ignorieren“, erklärte das Taiwanamt. Die Wortwahl ist eine deutliche Abkehr von der bisher demonstrierten Zurückhaltung. Eine Intervention in Taiwan wäre beispielsweise nach den neuen Notstandsverordnungen möglich, die gerade in die chinesische Verfassung aufgenommen worden sind.

Seite 1:

China fährt Krallen Richtung Taiwan aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%