Deutsch-Französische Brigade
Französisches Regiment in Deutschland wird aufgelöst

Die Deutsch-Französische Brigade muss künftig ohne das 110. Infanterieregiment in Donaueschingen auskommen. Das Regiment wird im kommenden Jahr aufgelöst. Für die Region in Baden-Württemberg ist das ein schwerer Schlag.
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ParisDer letzte rein französische Kampfverband auf deutschem Boden steht vor dem Aus. Die Regierung in Paris kündigte am Donnerstag die Auflösung des traditionsreichen 110. Infanterieregiments in Donaueschingen an. Die zur Deutsch-Französischen Brigade gehörenden Soldaten werden demnach bereits im kommenden Jahr in die Heimat zurückkehren.

Betroffen von dem Abzug sind nach Angaben einer Sprecherin 827 Soldaten und 150 Zivilangestellte. Um die Stärke der Deutsch-Französischen Brigade beizubehalten, sollen ihr in Frankreich stationierte Soldaten unterstellt werden. Die Zukunft der Brigade sei sicher, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Paris. Der Großverband gilt als wichtiges Symbol der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Er wurde 1987 von Helmut Kohl und François Mitterrand ins Leben gerufen und umfasst knapp 4800 Soldaten.

Die deutsche Bundesregierung äußerte Bedauern über den Abzug der Franzosen aus Donaueschingen, konnte ihn nach eigenen Angaben aber nicht verhindern. „Die Entscheidung, das 110. Infanterieregiment aufzulösen, folgt haushaltspolitischen Zwängen in Frankreich“, kommentierte der amtierende Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). „Standortentscheidungen erfolgen in nationaler souveräner Verantwortung.“

Über eine Optimierung der Deutsch-Französischen Brigade gibt es derzeit Gespräche zwischen Berlin und Paris. „Die Weiterentwicklung der Deutsch-Französischen Brigade hinsichtlich Wirksamkeit und Einsatzperspektive ist und bleibt gemeinsames Anliegen beider Nationen und auch weiterhin Gegenstand des fortgesetzten Austausches“, teilte de Maizière mit. Aus Paris hieß es, Frankreich werde künftig genauso viele Militärs in Deutschland stationiert haben wie Deutschland in Frankreich. Dies seien rund 500.

Für Donaueschingen ist die Entscheidung ein schwerer Schlag. Das deutsche und französische Militär sei für die 21 000 Einwohner zählende Stadt im Schwarzwald sowie für die Region ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor, sagte Bürgermeister Bernhard Kaiser, als die Spekulationen über den Abzug der Soldaten aufkamen. Kaiser hatte die Bundesregierung aufgefordert, sich für den Erhalt der Brigade und des Standorts Donaueschingen einzusetzen. Das Regiment war dort seit 1964 stationiert und seit 1989 der Deutsch-Französischen Brigade unterstellt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsch-Französische Brigade: Französisches Regiment in Deutschland wird aufgelöst"

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  • Ach, dann sind also die deutschen Soldaten die in Frankreich stationiert sind ebenfalls Besatzer?

  • Schön, wieder 827 Besatzer weniger.

    Die Stadt Donaueschingen sollte sich lieber um produzierendes Gewerbe bemühen, als an fremden Soldaten als "Wirtschafts"faktor festzuhalten.

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