Deutsche befürchten Racheakte
Bundeswehr-Tornados in Afghanistan gelandet

Nach einem Flug mit mehreren Zwischenstopps sind am Mittag deutscher Zeit alle sechs Tornado im nordafghanischen Masar-i-Scharif gelandet. Während sich afghanische Politiker sich für das deutsche Engagement bedanken, begegnen die meisten Deutschen dem Einsatz der Aufklärungsflugzeuge in dem asiatischen Land mit gemischten Gefühlen.

HB MASAR-I-SCHARIF/BERLIN. Alle sechs Maschinen seinen am Donnerstagmittag sicher in Masar-i-Scharif gelandet, sagte der Sprcher des Einsatzgeschwaders, Hartmut Beilmann, in Berlin. Die Tornados sollen am kommenden Montag der NATO unterstellt werden und vom 15. April an die im Süden des Landes kämpfende Internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) unterstützen. Der Auftrag lautet Luftaufklärung. An Kampfeinsätzen sollen sich die deutschen Piloten nicht beteiligen.

Wegen schlechter Wetterbedingungen hatte sich nach Bundeswehrangaben der Weiterflug der sechs Aufklärungsflugzeuge von der Zwischenstation in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Masar-i-Scharif in Nordafghanistan verzögert. Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta begrüßte den in Deutschland umstrittenen Einsatz der Bundeswehr-Aufklärungsflugzeuge. „Das ist eine Frieden sichernde Aufgabe“, sagte Dadfar Spanta dem ARD- Hörfunkstudio Neu Delhi.

Am Montag sollen die deutschen Maschinen der NATO unterstellt und vom 15. April an einsatzbereit sein. Sie sollen die im Süden des Landes kämpfende Internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) unterstützen. Ihr Auftrag ist Luftaufklärung. An Kampfeinsätzen sollen sie sich nicht beteiligen.

„Wir sind Deutschland sehr dankbar“, sagte Dadfar Spanta. Wer das Leben „von Afghanen, von deutschen Zivilisten und auch Soldaten“ schützen wolle, müsse in der Lage sein, Bewegungen von Terroristen aufzuklären. Der Vorschlag von SPD-Chef Kurt Beck, in Deutschland eine Afghanistan-Friedenskonferenz unter Einbeziehung gemäßigter Taliban abzuhalten, zeugt nach Ansicht des Außenministers von Unkenntnis über sein Land. „Als militärische und politische Kraft sehe ich keine moderaten und nicht-moderaten Taliban ... So eine Klassifizierung ist eine Erfindung von denjenigen, die von Afghanistan keine Ahnung haben."

Einer aktuellen Forsa-Umfrage für den Nachrichtensender n-tv begegnet die Mehrheit der Deutschen, dass durch die Entsendung der Flugzeuge vom Typ Tornado die Gefahr wächst, dass islamistische Terrorgruppen in Deutschland Racheakte ausführen könnten. 74 Prozent der Befragten befürchten solche Racheakte; 22 Prozent haben keine derartigen Befürchtungen. Besonders häufig befürchteten Frauen (80 Prozent), ältere Bürger ab 60 Jahren (84 Prozent) sowie Anhänger der Linkspartei (86 Prozent) Racheakte islamistischer Terrorgruppen als Antwort auf den Tornado-Einsatz.

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