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20.07.2008 
Männer geht es offenbar gut

Deutsche Bergsteiger in der Türkei wieder frei

Die in der Osttürkei entführten drei deutschen Bergsteiger sind nach zwölf Tagen wieder frei. Nach türkischen Angaben haben die Entführer ihre Geiseln auf einem Hügel zurückgelassen und sind geflüchtet.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat vor dem Auswärtigen Amt in Berlin die Freilassung der in der Türkei entführten Deutschen bestätigt. Foto: dpaLupe

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat vor dem Auswärtigen Amt in Berlin die Freilassung der in der Türkei entführten Deutschen bestätigt. Foto: dpa

HB ANKARA. Die Männer seien in Sicherheit und es gehe ihnen gut, erklärte das türkische Außenministerium am Sonntag. Minister Ali Babacan rief demnach eine Stunde vor der Bekanntgabe den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier an, um ihm mitzuteilen, dass sich die Geiseln nunmehr in der Obhut der türkischen Behörden befänden. Die Deutschen waren am 8. Juli von PKK-Rebellen am Berg Ararat verschleppt worden.

Wie die Bemühungen um eine Freilassung schließlich zum Erfolg führten, war zunächst nicht bekannt. Unmittelbar nach der Entführung hatte die PKK-nahe Nachrichtenagentur Firat gefordert, Berlin müsse seine „feindliche Politik“ gegenüber der PKK und dem kurdischen Volk einstellen. Außenminister Steinmeier und Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatten betont, die Bundesregierung lasse sich nicht erpressen.

Auch wann und unter welchen Umständen die Männer aus Bayern im Alter von 33, 47 und 65 Jahren freikamen, teilte das Ministerium in Ankara nicht mit. Der Gouverneur der Provinz Agri, Mehmet Cetin, sagte, die Entführer hätten ihre Geiseln auf einem Hügel zurückgelassen und seien geflüchtet. Die Deutschen seien etwa eine halbe Stunde später von paramilitärischen Truppen abgeholt worden. Den Kidnappern seien Verfolger auf der Spur gewesen, und ihnen hätte die Gefahr gedroht, dass ihre Fluchtwege über die Grenze abgeschnitten würden, sagte Cetin in einer Telefonkonferenz. Türkische Soldaten hatten ihre Einsätze gegen PKK-Rebellen in der Region nach der Entführung verstärkt.

Die Deutschen würden nach einer baldigen medizinischen Untersuchung an die deutschen Behörden übergeben, sagte der Gouverneur weiter. Nach Angaben des privaten Fernsehsenders CNN-Türk befinden sich die Bergsteiger in der Grenzstadt Dogubayazit. Die Stadt liegt in der Nähe des Ararats, den die insgesamt 13-köpfige Bergsteigertruppe hatte besteigen wollen.

Die Schwester einer der Geiseln, Elfriede H., sagte der Nachrichtenagentur AP als erste Reaktion auf die Nachricht von der Befreiung: "Sie sind ein Schatz. Das ist ja sowas von befreiend. Ich bin jetzt ganz glücklich. Wir sind ja wirklich ganz korrekte Leute."

Ein Teilnehmer der Bergsteigergruppe, Richard B. aus Kelheim, zeigte sich ebenfalls erfreut. Er sagte der Nachrichtenagentur AP am Sonntag: "Wir sind erleichtert. Wir wissen noch nichts Näheres, aber offenbar sind die drei schon im Hotel in Dogubayazit." Pläne, wie die drei entführten Teilnehmer in Deutschland begrüßt werden sollten, gebe es noch nicht. Es sei auch noch nicht bekannt, wann sie zurückkehrten.

Die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) hatte der Bundesregierung Bedingungen für die Freilassung der Deutschen gestellt, was diese jedoch ablehnte. Die Bundesrepublik sei nicht erpressbar, hatte Steinmeier erklärt. Die prokurdische Nachrichtenagentur Firat hatte in der vergangenen Woche berichtet, eine lokale Einheit der PKK habe die Bergsteiger auf eigene Faust verschleppt.

Die drei Männer gehörten zu einer 13-köpfigen Gruppe, die den 5 137 Meter hohen Ararat besteigen wollten. In einem Basislager auf rund 3 200 Metern Höhe wurden sie überfallen.

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