Deutsche Firmen im Ausland
Asiens Spitzenstandorte werden teuer

Die Löhne steigen rasant, das Personal wird knapp: In den Boomcitys Asiens wird die Konkurrenz immer härter. Dennoch wächst das Interesse deutscher Investoren an Südostasien. In den konzernzentralen ist man dabei meist skeptischer als die Kollegen vor Ort.

NEU DELHI. Die rasant steigenden Kosten machen etablierten Standorten in Asien zu schaffen – doch die Besten unter ihnen bleiben für Investoren attraktiv. Ein Paradebeispiel ist Singapur: Mehr als die Hälfte aller deutschen Firmen in dem Stadtstaat klagt über mangelndes Fachpersonal, hohe Fluktuation und Lohnsprünge. Das ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung Droege & Comp. „Dennoch wollen die meisten Firmen ihre Präsenz ausbauen und planen neue Investitionen“, sagt Dröge-Partner Jörg Nürnberg. Zwar holten billigere Nachbarn wie Malaysia auf, doch Singapur profitiere von exzellenter Infrastruktur, Rechtssicherheit und niedrigen Steuern.

Die Studie zeigt, dass Personalnöte und die sich nach oben schraubende Lohnspirale die Gewinne deutscher Firmen in ganz Asien spürbar belasten. „Akut ist die Situation in China. Dort verlieren manche Firmen 30 bis 40 Prozent der Mitarbeiter pro Jahr“, sagt Berater Nürnberg. Auch in Indien fegt der Wirtschaftsboom den Arbeitsmarkt leer. Darunter leiden alle Unternehmen in Asien – „aber deutsche sind oft stärker betroffen als ihre amerikanischen Wettbewerber“, beobachtet Franz-Josef Kleideitert, Gründer der mit Kienbaum liierten Personalberatung FJK Consultants in Singapur. Er macht dafür unter anderem schwächere Marken und eine noch immer auf Deutschland zentrierte Managementkultur verantwortlich.

Diese Probleme mindern Asiens Anziehungskraft angesichts der hohen Wachstumsraten aber nur wenig. Das gilt Droege zufolge auch für den Asean-Raum, der nach landläufiger Meinung im Schatten Chinas und Indiens steht. „Deutsche Firmen haben die Region keinesfalls abgeschrieben“, beteuert Nürnberg. Als weiteres Standbein neben China und Indien spiele Südostasien für viele Unternehmen eine wachsende Rolle, auch als Beschaffungsmarkt. Jede zweite deutsche Firma erwartet der Studie zufolge, dass die Region dabei an Bedeutung gegenüber China und Indien zunimmt. Noch mehr sehen sie gegenüber Osteuropa aufholen.

„Gerade Mittelständlern bietet Asean Chancen“, bestätigt Claus Grabowsky, Regionalchef von Dräger Medical. Dies gelte vor allem für Firmen mit dem Mut, in neue Märkte wie Vietnam zu expandieren und schwierige Länder wie Indonesien anzugehen. Drägers Umsatz in der Region hat sich in zwei Jahren verdoppelt.

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