Deutsche Firmen unter Investoren bisher kaum vertreten
Erste Milliardenprojekte für Afghanistan

Afghanistan kann offenbar erste Erfolge bei der Suche nach privaten ausländischen Investoren vorweisen. Mehrere Firmen planen nach Angaben der Regierung in Kabul Großprojekte in Afghanistan. Der Minister für Wiederaufbau, Amin Farhang, benannte am Dienstag auf einer Wirtschaftskonferenz in Berlin drei Vorhaben über mehrere Milliarden Dollar.

zi/ink BERLIN. So plant eine US-Firma die Errichtung von vier Zementfabriken in Afghanistan mit einem Volumen von 1,6 Mrd. Dollar. Der afghanische Staat beteiligt sich an dem Projekt durch die Bereitstellung von Rohstoffen mit 35 Prozent. Ein internationales Konsortium will zudem eine Gaspipeline von Pakistan über Afghanistan nach Turkmenistan verlegen. Dieses Vorhaben war schon unter den Taliban verfolgt worden. 735 Kilometer der 1680 Kilometer langen Verbindung werden über afghanisches Gebiet verlaufen. Das 3,3 Mrd. Dollar-Projekt soll Kabul Einnahmen durch die Transitgebühren verschaffen. Deutsche Firmen sind unter den Großinvestoren bisher kaum vertreten.

Schließlich kündigte Farhang an, dass mit einem permanenten Aufforstungsprojekt (2 Mrd. Dollar) bereits begonnen worden sei. Aus den USA würden Baumarten importiert, die in Afghanistan durch Kriegseinwirkung längst nicht mehr zu finden seien. Farhang wies in diesem Zusammenhang auf die großen Möglichkeiten hin, die es im privaten Sektor in Afghanistan gebe. 99 Prozent der Waren im Land würden importiert. „Das Feld für Investitionen ist deshalb überall groß“, sagte der Minister.

Zuvor hatten afghanische, deutsche und amerikanische Regierungsvertreter sowie BDI und Weltbank um mehr Investitionen in Afghanistan geworben. Bundeskanzler Gerhard Schröder versicherte, dass Deutschland Afghanistan auch in der Zukunft unterstützen werde. „Die Hilfe wird weiter geleistet, egal wie lange der Aufbauprozess dauert“, versicherte auch der Sondergesandte des US-Präsidenten für Afghanistan, Zalmay Khalizad. Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) rechnet damit, dass bei der heutigen Afghanistan-Konferenz Finanzzusagen in Höhe von 9 Milliarden Dollar (7,37 Milliarden Euro) für die nächsten drei Jahre gemacht werden.

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