Deutsche in der Türkei festgenommen
Der Ruf nach Sanktionen wird lauter

Immer mehr Deutsche landen wegen politischer Vorwürfe in der Türkei hinter Gittern – diesmal trifft es zwei Reisende in Antalya. Kanzlerin Merkel verurteilt die Festnahmen scharf. Doch viele Fragen sind noch offen.
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BerlinNach der Festnahme von zwei weiteren Deutschen in der Türkei wird über die Parteigrenzen hinweg die Forderung nach einem schärferen Kurs gegenüber Ankara laut. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Freitagabend in Nürnberg, solche Festnahmen hätten „in den allermeisten Fällen keinerlei Grundlage“. „Und deshalb müssen wir hier auch entschieden reagieren.“ Angesichts der jüngsten Ereignisse müsse die Bundesregierung ihre Türkei-Politik „vielleicht weiter überdenken.“

Die beiden Reisenden mit ausschließlich deutscher Staatsbürgerschaft, aber wahrscheinlich türkischen Wurzeln, wurden am Flughafen des Urlaubsorts Antalya von der Polizei aufgegriffen. Das Auswärtige Amt geht nach ersten Informationen davon aus, dass sie wie zehn andere in den vergangenen Monaten inhaftierte Deutsche aus politischen Gründen festgenommen wurden. Viele Fragen sind aber noch offen. Dem Generalkonsulat wurde der telefonische Kontakt zu den beiden Festgenommenen nach Angaben des Auswärtigen Amts zunächst verwehrt.

„Jetzt reicht's. Es ist eine Serie von Verstößen gegen europäische Grundgedanken, gegen die Rechtsstaatlichkeit“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer den „Nürnberger Nachrichten“ (Samstag). „Jeder Versuch, dies mit Diplomatie allein zu lösen, ist gescheitert. Deshalb müssen die EU und die Bundesregierung deutliche Signale setzen.“ Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei müssten gestoppt werden, die Finanzhilfen für die Vorbereitung auf diesen Beitritt dürften nicht ausgezahlt werden. Das seien 4,2 Milliarden Euro in den kommenden Jahren.

Politiker mehrerer Parteien forderten, eine Reisewarnung für die Türkei zu erlassen, nachdem bislang nur die Reisehinweise verschärft worden waren.

„Wie lange wollen wir uns das noch ansehen?“, sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner bei einer Wahlkampfveranstaltung am Freitagabend in Hamburg und ergänzte mit Blick auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. „Jedes Entgegenkommen für diesen Mann ist ein Tritt in die Kniekehlen der demokratischen Opposition.“ Der Funke Mediengruppe sagte Lindner: „Herr Erdogan versteht nur die Sprache der Härte.“

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir erklärte: „Die Zeit des Kuschelns ist vorbei.“ Es müsse jetzt klare Ansagen der Bundesregierung in Richtung Ankara geben: „Keine Ausweitung der Zollunion, keine Hermesbürgschaften.“ Und Touristen müssten ihre Reisen kostenfrei stornieren können. „Dafür braucht es die Reisewarnung.“ Im „Münchner Merkur“ (Samstag) nannte Özdemir Erdogan einen „Geiselnehmer, der Menschen gefangen nimmt, um uns zu erpressen“. Man dürfe ihm nicht sanft begegnen. „Die einzige Sprache, die er versteht, ist die Sprache des Geldes.“

„Die Beschwichtigungspolitik von Kanzlerin Merkel und Außenminister Gabriel muss vollständig beendet werden“, sagte die Linke-Politikerin Sevim Dagdelen der „Bild“-Zeitung.

Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), sagte der „Welt“ (Samstag): „Sollte es sich bewahrheiten, dass die Festnahme willkürlich und ohne triftigen, rechtsstaatlichen Verfahren standhaltenden Grund erfolgte, so muss eine weitere Verschärfung der Reisehinweise ernsthaft erwogen werden.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Herr Caruso

    Liege ich richtig mit der Vermutung, dass Sie derzeit stark mit der Vertonung verschiedener Suren beschäftigt sind, um dem Islamisten EgoWahn von die Vorzüge der europäischen Arienkultur näher zu bringen?

  • All die Kommentatoren, die hier immer so gerne von einem "Erdowahn" schreiben und (offenbar ernstgemeinte) "Reisewarnungen" aussprechen, können sich jetzt mit Mutti im Einklang fühlen.
    Ich würde mich jedenfalls nicht wohl dabei fühlen!

  • Andeuten, so wie alles andere.

    Zukunftspläne für Deutschland gibt es kaum. Rente, demographische Entwicklung, Bildung, Wohnungseinbrüche , Körperverletzungen, Raub sind neben neben Übergriffen durch Ausländer und Anschläge nur angedeutet.

    Wie es täglich in Deutschland auf der Strasse tatsächlich zugeht kann man unter POLITIKVERSAGEN nur angedeutet nachlesen.

    Diese Art der Andeutungen wird viele, viele Opfer kosten. Es ist erst der Anfang von Flüchtlingsströmen und ein Versagen der Migration in der 2. und 3. Generation. Die 4. Und 5. wird angedeutet das Ruder bei uns selbst in die Hand nehmen.

    In den verschiedenen Stadtteilen in Großstädten ist es schon lange Alltag, dass anstatt eine Integration eine Segreagtion seit Jahrzehnten stattfand und oft die fast chancenlose und ungebildeten Menschen dort von staatlicher Unterstützung neben uns existieren.

    Höchstens in der Kriminalität sind siemvorne dabei. Ist man auch schon was.

    Angedeutet würde,ich sagen, dass die Genossen der Etablierten lange gepennt haben.

    Die nächsten werden es ihren Kindern und Enkeln erklären dürfen,, warum wir das alles zugelassen haben.

    Diese Zeit wird schneller die meisten Menschen erreichen, wie ihnen lieb sein dürfte.

    Andeuten halt.


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