Deutsche Libanon-Flüchtlinge
„Bringt uns aus dieser Hölle heraus“

Es war eine Odyssee durch eine brennende Krisenregion: Die 26-stündige Flucht vor dem Krieg in Nahost endete am Dienstag für 320 deutsche Flüchtlinge aus dem Libanon im Empfangsterminal des Düsseldorfer Flughafens. Doch das Bangen um diejenigen, die zurück blieben, geht weiter.

HB DÜSSELDORF. „Ich bin so froh, jetzt hier in Sicherheit zu sein.“ Der 25-jährige Ali Hammad steht in der Ankunftshalle des Düsseldorfer Flughafens zwischen seinen Eltern, die ihn mit Tränen in den Augen in die Arme geschlossen haben. „Ich hatte schon länger versucht, nach Syrien zu kommen, aber die Straßen sind alle kaputt. Jetzt bete ich für die Leute dort unten.“ Überall um ihn herum liegen sich Familien weinend in den Armen, erleichterte Angehörige empfangen die Rückkehrer mit begeistertem Applaus.

Insgesamt 320 Deutsche, viele von ihnen libanesischer Abstammung, wurden am Dienstag mit dem ersten offiziellen Evakuierungsflug des Auswärtigen Amtes aus dem Libanon nach Deutschland gebracht. Gegen 08.45 Uhr, zwei Stunden später als geplant, landete der in den frühen Morgenstunden in der syrischen Hauptstadt Damaskus gestartete Airbus der Fluggesellschaft LTU in Düsseldorf. Grund für die Verspätung: Der von der deutschen Botschaft organisierte Bus-Konvoi aus der libanesischen Hauptstadt Beirut nach Damaskus hatte nach Angaben eines LTU-Sprechers einige Probleme am Grenzübergang.

Jetzt aber sind die Reisenden in Sicherheit. Ein Vater hält seine gerade angekommene vierjährige Tochter fest im Arm, drückt sie an sich, küsst sie immer wieder. Dann hat sich endlich auch seine ebenfalls aus dem Libanon angekommene Ehefrau durch die Menge der Wartenden geschoben, fällt ihrem Mann weinend um den Hals. Auch die zusammen mit ihrer Tochter Sarah angekommene Zainab Ismail kämpft mit den Tränen, als sie Sohn Ibrahim umarmt. „Ich danke der deutschen Regierung“, sagt sie.

Interview: „Gift für die Stabilität in ganz Nahost“

Wie Familie Ismail sind auch viele andere Passagiere dankbar für die Hilfe der deutschen Behörden, haben freundliche Worte für die Helfer. „Ich könnte alle umarmen, weil sie uns da rausgeholt haben“, sagt eine junge Frau. Besonders in Syrien sei die Botschaft sehr bemüht gewesen, loben mehrere gerade Angekommene. In Beirut sei die Lage hingegen wesentlich komplizierter, beklagen andere, da habe man kaum Beistand bekommen.

Seite 1:

„Bringt uns aus dieser Hölle heraus“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%