Deutsche Opfer in Tunesien
Terrorattacken erschüttern die Welt

Bei mehreren Terrorangriffen sterben über 60 Menschen. Den tunesischen Urlaubsort Sousse trifft es hart. Unter den 39 Opfern sind auch Deutsche. Auch in Kuwait und Frankreich gibt es Tote. IS bekennt sich zu Tunesien.
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Tel AvivMindestens zwei große Terrorangriffe am Freitag erschüttern die Welt: In Tunesien und in Kuwait starben mindestens 60 Menschen. Auch deutsche Urlauber sind unter den Opfern, wie das Gesundheitsministerium in Tunis bestätigte. „Das ganze Ausmaß der Tat steht noch nicht fest“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Nachmittag in Berlin.

Der blutige Freitag hatte mit einem Angriff in einer Gasfabrik unweit von Lyon begonnen, bei dem eine Person ums Leben kam. Laut Präsident Hollande handelt es sich auch hier um einen Terroranschlag. Der verhaftete Täter soll laut Staatsanwaltschaft Kontakte zur radikalislamischen Szene haben. Der Arbeiter soll seinen Chef enthauptet und daraufhin eine Explosion auf dem Werksgelände ausgelöst haben.

Kurz darauf meldeten Nachrichtenagenturen ein Massaker in einem beliebten Touristenort in Tunesien, bei dem in Sousse nach Medienberichten in zwei Hotels mindestens 39 Touristen ermordet wurden. Die Hotels sind besonders bei Gästen aus Deutschland und aus Großbritannien beliebt. Die Anzahl der deutschen Opfer ist weiterhin noch unklar. Die meisten der Opfer seien jedoch Briten, sagte Regierungschef Habib Essid am frühen Samstagmorgen in Tunis. Zudem seien Belgier und Franzosen unter den Toten. Genaue Zahlen nannte Essid nicht. Mehrere Flugzeuge, die gestern Nachmittag unterwegs nach Tunesien waren, drehten nach Eintreffen der Terrormeldung ab und kehrten an den Ursprungsflughafen zurück.

Wenig später kam schon die nächste Meldung von der Terrorfront: Der Islamische Staat übernahm die Verantwortung für eine Explosion in Kuwait. Beim Angriff auf eine schiitische Moschee kamen beim Freitagsgebet mindestens 27 Besucher ums Leben. 227 weitere seien verletzt worden, teilte das Innenministerium der Nachrichtenagentur AP mit.

Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben sich in der Nacht zum Samstag zu dem blutigen Terroranschlag in Tunesien bekannt. In einer über Twitter verbreiteten Erklärung, deren Echtheit sich nicht überprüfen ließ, die aber früheren Mitteilungen der IS ähnelt, hieß es, ein „Soldat des Kalifats“ habe den „abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens“ angegriffen. Die meisten Opfer seien Bürger von Staaten der Koalition, „die mit dem Kalifat im Krieg steht“.

Der Islamische Staat (IS) hatte Gläubige dazu aufgerufen, während des Fastenmonats Ramadan, der am 18. Juni begann, mit aufsehenerregenden Attacken auf sich aufmerksam zu machen. IS-Sprecher Abu Muhammad al-Adnani hatte Dschihadisten aufgefordert, den Ramadan in eine „Zeit des Unheils für Ungläubige, Schiiten und abtrünnige Muslime“ zu verwandeln. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass der IS mit dem Blutbad auf eine zynisch-makabre Art daran erinnern wollte, dass am Montag vor einem Jahr, am 29. Juni, das Kalifat ausgerufen wurde. Beobachter meinen zudem, dass die Attacken von der Ideologie des IS inspiriert worden sein könnten, auch wenn sie nicht direkt miteinander zusammenhängen.

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  • Beitrag von der Redaktion geköscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Terrorangriffe scheint es aber nur von Moslems zu geben, oder sehe ich das falsch.

  • Lesen Sie nochmal richtig. Da steht "Terrorattacken erschüttern die WELT."
    Nicht Deutschland.
    Und das Problem sind auch nicht die Asylanten, sondern das, was sie in die Flucht treibt.
    Darunter fällt unter anderem auch islamistischer Terror.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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