Deutsche Politiker für Sanktionen
Lukaschenko-Gegner trotzen den Drohungen

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk haben in der Nacht zu Dienstag trotz frostiger Temperaturen mehrere hundert Demonstranten ihren Protest gegen den Wahlsieg des autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko fortgesetzt. Rund 300 Oppositionelle verbrachten trotz Warnungen der Sicherheitskräfte die Nacht in Zelten. Die weißrussische Polizei bestätigte am Dienstag die Festnahme von 20 Regimegegnern.

HB MINSK. Die Personen seien keine Mitarbeiter aus den Wahlkampfstäben der Oppositionskandidaten, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax in der Hauptstadt Minsk mit.

Nach Angaben aus Oppositionskreisen wurden am frühen Morgen mehrere Vertraute des Kandidaten Alexander Milinkewitch nach dem Verlassen der Kundgebung von der Polizei in der Nähe des Platzes festgenommen. Unter den Festgenommenen sei auch der Vorsitzende der Vereinigten Bürgerpartei, Anatoli Lebedko, hieß es.

Mit einer Menschenkette umschlossen die überwiegend jugendlichen Lukaschenko-Gegner ein Dutzend Zelte, die sie zuvor auf dem Platz errichtet hatten. Einige brachten Lebensmittel und heiße Getränke zu den Demonstranten.

Andere, wie die Studentin Olena Savina, wurde von der Polizei mehrere Stunden festgehalten. Die Sicherheitskräfte setzten dabei auch auf psychologische Nadelstiche: Sie warnten die junge Frau, sie werde Schwierigkeiten im Studium bekommen. „Ich glaube, dass uns die Unterdrückung nicht stoppen kann. Ich denke, dass wir immer mehr werden“, sagte die 21-Jährige nach ihrer Rückkehr. Ihre Lebensmittel waren ihr zuvor abgenommen worden.

Die jungen Weißrussen kündigten an, ihr Zeltlager auf dem Platz auch gegen mögliche Polizeieinsätze verteidigen zu wollen. Am frühen Dienstagmorgen kam es zu kleineren Rangelein der Demonstranten mit Sicherheitskräften. Etwa 20 Beamte in Uniform seien mit Oppositionsanhängern kurz aneinander geraten, berichteten Augenzeugen.

Milinkewitsch rief seine Anhänger auf, auf dem Platz zu bleiben und den Protest fortzusetzen. Am Abend plant die Opposition eine weitere Großkundgebung. Am Sonntag und Montag hatten sich jeweils etwa 10 000 Menschen in Minsk versammelt. Sie protestierten gegen den offiziell verkündeten Wahlsieg Lukaschenkos mit 82,6 Prozent der Stimmen und forderten Neuwahlen.

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