Deutsche sollen Irak verlassen
Iraks Sunniten zweifeln das Wahlergebnis an

Nach der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse der Parlamentswahl im Irak bahnt sich ein neuer Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten an. Die politische Parteien der sunnitischen Minderheit wiesen die Zahlen am Dienstag als Verfälschung des Wählerwillens zurück.

BAGDAD. Die Bundesregierung forderte nach der Freilassung von Susanne Osthoff alle Deutschen auf, den Irak zu verlassen.

US-Botschafter Zalmay Khalilzad beklagte, dass die Iraker offenbar ausschließlich gemäß ihrer Religions- oder Volksgruppenzugehörigkeit abgestimmt hätten. Notwendig sei jetzt eine Regierung, die über alle Gräben hinweg Anerkennung finden und die Menschen versöhnen könne. Wie Khalilzad bekannt gab, gingen bis Montagabend 20 Beschwerden wegen gravierender Fälschungen bei der Abstimmung am 15. Dezember ein. Insgesamt gab es mehr als 1 000 Eingaben, die die Wahlkommission nun prüfen will.

Nach den am Dienstag von der Wahlkommission bekannt gegebenen vorläufigen Ergebnissen aus den Provinzen belegte die sunnitische Konsensfront in vier Provinzen den ersten Platz. In sieben südlichen Provinzen errang hingegen die religiöse Schiiten-Allianz jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Das Bündnis der zwei großen Kurden-Parteien erzielte in den drei Nordprovinzen ein Ergebnis von jeweils mehr als 80 Prozent.

Der Vorsitzende der Wahlkommission, Adel el Lami, sagte in Bagdad, die Vereinigte Irakische Allianz der religiösen Schiiten-Parteien habe nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen in der Hauptstadt mit gut 58 Prozent die absolute Mehrheit erhalten. Das zweifelten die Sunniten-Parteien an. Die Irakische Konsensfront unter Adnan el Duleimi, die laut el Lami mit 18,9 Prozent zweitstärkste Kraft in Bagdad wurde, forderte eine Wiederholung. Zur Konsensfront gehören die Islamische Partei, der Allgemeine Rat für das Irakische Volk unter el Duleimi und der Irakische Nationale Rat für Dialog. Sie lehnt, genau wie das Sunniten-Bündnis von Saleh el Mutlak, die Präsenz der ausländischen Truppen im Irak ab.

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