Deutscher Staatsanwalt greift durch
Libanesische Sicherheitschefs im Hariri-Mordfall festgenommen

Detlev Mehlis, Berliner Oberstaatsanwalt und Chef des UN-Ermittlerteams im Lbanon, geht davon aus, dass der Mord an dem libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri in den nächsten Wochen aufgeklärt werden kann. Fünf Verdächtige befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft, darunter vier Sicherheitschefs.

HB BEIRUT.Bisher stünden fünf Libanesen unter Verdacht, sagte Mehlis am Donnerstag in Brumana bei Beirut. An dem Attentat vom Februar seien aber noch mehr Menschen beteiligt gewesen.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um drei ehemalige Chefs der libanesischen Sicherheitsdienste sowie um Mustafa Hamdan, den Kommandeur der Präsidentengarde. Präsident Émile Lahoud sei dagegen kein Verdächtiger. Alle vier Sicherheitschefs befinden sich in Untersuchungshaft. Auch der ehemalige pro-syrische Abgeordnete Nassir Kandil stehe unter Verdacht, sagte Mehlis. Er war jedoch nach einem ersten Verhör wieder freigelassen worden.

Die libanesische Zeitung „Daily Star“ berichtete am Donnerstag, am Vortag seien außerdem ein libanesischer Galleriebesitzer, in dessen Wohnung in Süd-Beirut der Anschlag möglicherweise geplant worden sei, und ein Syrer festgenommen worden. Mehlis sagte jedoch, unter den Verdächtigen sei kein Syrer, allerdings gebe es syrische Zeugen.

Der Oberstaatsanwalt betonte, die Zusammenarbeit Syriens bei der Aufklärung des Anschlags sei unerlässlich. „Damit gab es Probleme, aber ich bin recht optimistisch, dass diese gelöst werden können, denn sie müssen gelöst werden, da wir ohne diese Zusammenarbeit kein vollständiges Bild der Tat bekommen werden.“ Hariri war am 14. Februar bei einem Sprengstoffanschlag in Beirut ums Leben gekommen. Mit ihm starben 20 weitere Menschen.

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