Deutschland, Niederlande und Belgien
Länder kämpfen gemeinsam gegen Einbrecherbanden

Weil Einbrecherbanden keine Ländergrenzen kennen, sind sie den Ermittlern oft um Längen voraus. Nun holt die Polizei zum internationalen Gegenschlag aus: Deutschland kooperiert künftig mit den Niederlanden und Belgien.

AachenDeutsche, niederländische und belgische Polizeibehörden machen gemeinsam Front gegen international agierende Einbrecherbanden. Die zuständigen Minister von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen sowie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) haben mit ihren Kollegen aus Belgien und den Niederlanden Einzelheiten in der am Montag unterzeichneten „Aachener Erklärung“ festgelegt. Geplant sind unter anderem der Informationsaustausch zu international agierenden Tätergruppen, gemeinsame Ermittlungsgruppen und abgestimmte Kontrollmaßnahmen.

„Was wir uns vorgenommen haben, ist die richtige Antwort auf die besorgniserregende Entwicklung, die wir in Deutschland seit einigen Jahren haben“, sagte de Maizière nach der Unterzeichnung im Aachener Rathaus. Der Anstieg sei vor allem auf international agierende Banden vor allem aus Südosteuropa zurückzuführen, sagte der Innenminister. Mit der Vereinbarung bekomme die internationale Zusammenarbeit eine neue Qualität.

Seit rund zehn Jahren steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche kontinuierlich. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit mehr als 167 000 Einbrüche und Einbruchsversuche registriert, fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2014. Die Aufklärungsquote lag bundesweit bei rund 15 Prozent.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Michael Mertens, forderte angesichts der Quote mehr Personal und bessere technische Ausstattung. Außerdem müsse der Datenaustausch zwischen den Polizeibehörden der Länder verbessert werden, sagte er im ARD-Morgenmagazin. „Der Austausch dauert Tage, wenn nicht sogar Wochen oder Monate. Und das ist deutlich zu lange.“

Es reiche nicht, nur die Koordination zwischen den Polizeibehörden zu verbessern, sagte auch der Vorsitzende der GdP in der Bundespolizei, Jörg Radek. Die Bundespolizei an Deutschlands Westgrenze sei personell unterbesetzt. „Wir haben einfach nicht genügend Leute vor Ort, um alle Aufgaben zu bewältigen“, sagte Radek.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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