Deutschland - Russland: Eine vergiftete Freundschaft

Deutschland - Russland
Eine vergiftete Freundschaft

Verbissen ringen Deutschland und Russland um ihr Verhältnis. Doch beim Dialog in Moskau wird klar, dass daraus unter Merkel und Putin keine Freundschaft mehr wird. Dafür laufen die bilateralen Geschäfte blendend.
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MoskauMoskaus Bürgermeister brachte eine gute Nachricht mit zur Eröffnung des Petersburger Dialogs. "Der Warenumsatz zwischen Moskau und den deutschen Bundesländern ist auf 13 Milliarden angewachsen“, sagte Sergej Sobjanin. Auch die gesamten russisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen steuern in diesem Jahr wieder neue Rekorde an. Zuletzt lag der bilaterale Handelsumsatz bei insgesamt über 50 Milliarden Euro. Die Wirtschaft sorgt für gute Nachrichten, während die politischen Beziehungen beider Länder heftig abgekühlt sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf am Freitagmittag mit acht Ministern und einer großen Wirtschaftsdelegation in Moskau ein, um am Nachmittag mit Kreml-Chef Wladimir Putin zu verhandeln. Doch im Vorfeld hatten deutsche Politiker ihre Kritik am zunehmend autoritären Kurs des Kremls verschärft. Die Russen reagieren darauf wiederum verärgert.

Auf wirtschaftlicher Ebene hingegen suchen beide Seiten nach weiterer Verzahnung. Zum Beispiel Sergej Schmatko, ehemaliger Energieminister und heute Berater von Präsident Wladimir Putin: „Wir wissen, dass Deutschland in vielen Bereichen führend ist“, sagte er auf dem Petersburger Dialog, einem zivilgesellschaftlichen Dialog im Vorfeld der regelmäßigen Regierungskonsultationen. „Wir möchten in diesen Bereichen mit Deutschland zusammenarbeiten.“ In der Delegation Merkels sind unter anderem die Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Martin Winterkorn, der Siemens AG, Peter Löscher, und des Energiekonzerns E.on, Johannes Teyssen, vertreten.

Am Mittwoch hatten BASF und Gazprom ihre Beziehungen weiter vertieft. Im Zuge eines milliardenschweren Tauschs bekommt der deutsche Chemiekonzern Anteile an Gasfeldern in Sibirien, Gazprom übernimmt mehrere Gashandelsfirmen in Europa, die beide Konzerne bislang zusammen betrieben haben.

Im Vorfeld des Besuchs war bekannt geworden, das der Autobauer Daimler seine Zusammenarbeit mit dem russischen Lastwagenbauer Kamaz ausweitetet. Jährlich liefern die Stuttgarter nun rund 7000 Motoren und 15 000 Achsen für Lastwagen und Busse nach Russland. Beide Unternehmen hatten zuvor bereits einen Lastwagen gemeinsam entwickelt. Künftig planen sie zudem ein Gemeinschaftsunternehmen zur Fertigung von Achsen.

Deutsche Geschäftsleute wünschen sich zwar Fortschritte bei der Rechtssicherheit und dem Kampf gegen die Korruption, sind im Großen und Ganzen jedoch zufrieden mit den Beziehungen. Nur ein Thema trübt die gute Laune der Wirtschaft, beim Petersburger Dialog wurde dies erneut deutlich: die seit Jahren gestellte Forderung nach Visaerleichterungen beziehungsweise der Visafreiheit zwischen Deutschland und Russland.

Die deutsche Wirtschaft steht dabei klar auf der Seite der Russen, und kritisiert die Blockadehaltung der deutschen Innenpolitiker. Die bislang erzielte Verbesserung ist den Unternehmen zu wenig. Die Bundesregierung aber fürchtet sich vor einem unkontrollierten Zuzug aus dem Osten und vor einer Belastung der Sozialsysteme.

In einem Brief an Angela Merkel warfen die Vorsitzenden des Petersburger Dialogs und des deutsch-russischen Forums, Lothar de Maizière und der Ernst-Jörg von Studnitz, der Kanzlerin vor Beginn des Forums vor, Verhandlungen über die Visafreiheit zu verschleppen. Die bestehenden Visa-Schranken verursachten der Wirtschaft Schäden in dreistelliger Millionenhöhe.

Russland sei bereit sich zu öffnen, sagte Viktor Subkow, Vorsitzender des russischen Lenkungsausschusses des Petersburger Dialogs. „Es ist an Deutschland das Problem zu lösen.“ Ost-Ausschuss-Vorsitzender Eckhard Cordes erklärte: „Es ist an der Zeit, dass wir hier zu Fortschritten kommen.“ Auch EU-Außenpolitikexperte Elmar Brok forderte auf dem Petersburger Dialog ein „Voranschreiten“ in der Visa-Frage.

In der Arbeitsgruppe Politik des Forums wurde der Vorschlag geäußert, die Abschaffung der „anachronistischen“ Visa-Pflicht könnte ein Projekt sein, an dem Deutschland und Russland gemeinsam arbeiten. Dieses könnte auch zu einer Verbesserung der angekratzten politischen Beziehungen beider Länder führen.

 


Kommentare zu " Deutschland - Russland: Eine vergiftete Freundschaft"

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  • Ich! Und jeder denkender Mensch, der sich mit dem Thema etwas intensiver befasst. Ihnen würde ich aber raten, mal die Perspektive zu wechseln und vielleicht für ein Paar Jahre nach Russland zu ziehen. Ich weiß nicht recht, sind Sie wirklich so inkompetent oder einfach ein Lobbyist Putins?

  • Einen inkompetenteren Beitrag habe ich selten gelesen!

  • Zitat:"Das Handelsblatt ist als deutsches System-Medium natürlich auf "Linie"."

    Dazu folgendes:

    Vor einigen Wochen wurde eine Mitarbeiterin des Arbeitsamtes durch einen Messerangriffs eines arbeitslosem Nordafrikaners ermordet.

    Ein Tag danach wurde die Gedenkstätte geschändet. Kerzen und Blumen verwüstet und der Spruch:"Jeder Deutsche weniger ist ein guter Deutscher" hingeschmiert.

    Wurde das im Handelsblatt berichtet? Kein Wort.

    Aber mehrere (dpa)Berichte über die Pussy Riot-Rotkäppchen und den bösen Wolf Putin für alle gehirnamputierten HB-Leser.

    Was würde eigentlich passieren wenn in Deutschland Skinheads eine Synogoge stürmen und die religiösen Besucher verschrecken und ein paar Nazi-Lieder zum besten geben?

    Ein wochenlanger Sturm in der Presse und dazu fassungslose Politiker, die hartes aburteilen fordern, würde passieren und die Skinheads (auch wenn sie besoffen waren) würden für ein paar Jahre im Knast wandern. Oder etwa nicht? Unsere Presse ist Abschaum. Leider.

  • Völlig richtig was Sie sagen.

    Man muß sich nur die Nachrichten und eingespielten Bilder dazu heute auf n-tv ansehen....
    Die übrigen Medien bis auf wenige, agieren leider genauso und basteln weiter am Feindbild...



    Moskau (BoerseGo.de) - Im Rahmen der 14. deutsch-russischen Regierungskonsultationen in Moskau haben deutsche und russische Unternehmen im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Staatspräsident Wladimir Putin Verträge in Milliardenhöhe geschlossen. Der Technologiekonzern Siemens vereinbarte mit russischen Partnern die Beteiligung an verschiedenen Infrastrukturprojekten. So unterzeichnete die russische Staatsbahn RZD eine Absichtserklärung für den Kauf von 695 Elektrolokomotiven bei LLC Ural Locomotives, einem Gemeinschaftsunternehmen von Sinara und Siemens. Der Auftrag hat ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro.

    Außerdem vereinbarte Siemens eine Kooperation mit dem russischen Stromnetzbetreiber Federal Grid Company zur gemeinsamen Entwicklung moderner Fertigungsanlagen für Hochspannungstechnik. Die Partner einigten sich über grundlegende Eckpunkte für die langfristige Lieferung von 110 kV und 220 kV Transformatoren. Für 2013 wird mit einem Bedarf von 3000 MVA und für 2014 bis 2017 von jährlich 5000 MVA gerechnet. Darüber hinaus unterzeichnete Siemens eine Absichtserklärung mit dem Maschinenbauunternehmen Uralvagonzavod. Das Abkommen legt Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit bei der Einführung eines Produktlebenszyklusmanagement (PLM)-Konzepts bei Uralvagonzavod fest.

    "Russland ist ein sehr wichtiger Markt für Siemens. Mit unserem umfassenden Portfolio von innovativen und umweltfreundlichen Produkten und Lösungen sind wir ein zuverlässiger Partner für die Modernisierung der Infrastruktur in Russland", sagte Siemens-Chef Peter Löscher.

    Neben den Wirtschaftsverträgen wurden auch mehrere politische Abkommen vereinbart, unter anderem Visaerleichterungen, um den Jugendaustausch zu fördern.


  • Russland wird noch sehr wichtig für Deutschland werden. Man könnte mit Russland auch einen Friedensvertrag abschließen. Das hat Russland auch schon angeboten. Dann würden unsere "Freunde" USA, England und Frankreich sicher in Erklärungsnotstand geraten, wieso sie es immer noch verweigern.

    Russland hat sehr stark in WW2 gelitten. Sind Russen weiterhin in Deutschland stationiert wie z.B. US-Truppen oder Engländer? Nein, schon lange nicht mehr. Will Russland Geld von Deutschland ohne Gegenleistung? Nein, man kann gute Geschäfte machen (z.B. Erdgas für Produkte).

    Der Bürger sollte begreifen wer wirklich ein Freund ist und wer zum Eigennutz immer nur so tut. Die FPIGS sind falsche Freunde. Das hat gerade die Krise gezeigt. Dann war die Krise ja doch noch zu etwas gut.

    Die ganze Diskussion über Russland ist lächerlich. Demokratiedefizit? Ausgerechnet die EUdSSR-Kommssion (eingesetzt von Hinterzimmerentscheidungen der Bilderberger) hat es nötig hier die Fresse aufzureißen. Ausgerechnet die EUdSSR faselt über Demokratiedefizit in Russland. Wer kann das ernst nehmen?

  • Ja, wenn man den eigentlichen Grund der Reise nicht verrraten will, dann kommen solche billigen DPA-Floskeln auf emotionaler Eben. Das ist nur was für geistig beschränkte Leute, die solche Stories glauben sollen.

    Also Merkel fährt zu Putin, der ist sauer wegen was eigentlich ? Und Merkel kritisiert wegen Pussy-Riot dort vor Ort. Verhältnis sowieso vergiftet Häää Wieso vergiftet ? Eindeutig Schein_Stroy aus der DPA- oder GEZ-Retorte.

  • Das Verhältnis Merkel-Putin ist sicher besser als Merkel-Hollande.

    Liegt wahrscheinlich auch daran, dass Russland eine WIN-WIN Situation anbieten und FRankreich und die PIGS nur Geld von Deutschland wollen (natürlich ohne Gegenleistung).

    DPA-Artikel haben immer einen manipulativen Hintergrund und werden durch Bilderberger und Co. gesteuert.

    Brüssel gefällt es garnicht wenn Deutschland als souveräner Staat auftritt und wie England oder die Schweiz eigene Interessen vertritt. Da spucken die Bilderberger verärgert mit solchen dpa-Artikeln gerne in die deutsch-russische Suppe.

  • Putin weiß,daß Deutschland nur eine Marionette der USA ist
    und deshalb verständlich ,wenn er Merkel eher kritisch
    sieht.Merkel mahnt immer nur Demokratie-Defizite bei Staaten wie China und jetzt Rußland an,wie stehts eigentlich in Deutschland damit,bei dem Sicherheitswahn unserer Mandatsträger ist sie längst nur noch eine Worthülse.Feudalwirtschaft und Diktatur ist die Folge.

  • Der deutsche Regierung fehlt es an Stil und Diplomatie. Statt dessen Großmannssucht und wachsende Antipathien in der Welt gegenüber Deutschland. Dies wird eines Tages auf die wirtschaftlichen Beziehungen zurückschlagen. Viel Porzellan wurde in den letzten Jahren zerschlagen. Wo ist eine völkerverbindende Politik? Eine Politik über Geld und Drohung wird Deutschland nicht stabilisieren.

  • Klar möchte man mit führenden deutschen Unternehmen "zusammenarbeiten". Im Gegenzug zum erhofften Technologietransfer würden sich den deutschen unternehmen der russische Markt erschliessen. Man sieht ja in China, wie toll das funktioniert, vor allem, wenn man es mit dem patentrecht nicht so genau nimmt.

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