Deutschland soll 100 Truppentransporter liefern: Israel wünscht sich umfangreiches Rüstungsgeschäft

Deutschland soll 100 Truppentransporter liefern
Israel wünscht sich umfangreiches Rüstungsgeschäft

Zum 40-jährigen Bestehen diplomatischer Beziehungen mit Deutschland wünscht sich Israel ein umfangreiches Rüstungsgeschäft. Deutschland möge die engen Beziehungen beider Staaten mit Verträgen über eine Lieferung von 100 gepanzerten Truppentransportern und zwei neuen U-Booten stärken, hoffen Militärvertreter.

HB TEL AVIV. In Berlin wird über die seit Monaten laufenden Gespräche weitgehend geschwiegen. Israelische Unterhändler streuen aber immer wieder Details über den Stand der Verhandlungen, um Deutschland zu drängen. Beide Staaten wollen die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich intensivieren.

Doch die Rüstungsgeschäfte gelten in Deutschland als politisch brisant. Mit dem von Krauss-Maffei Wegmann entwickelten gepanzerten Truppentransporter „Dingo 2“ sucht die israelische Armee Ersatz für ihre aus den 60er Jahren stammenden Transportpanzer, die weniger gegen Angriffe geschützt sind. Diese rollen aber auch in den besetzen Gebieten zu Kampfeinsätzen. Deutschland verzögere die Lieferung aus Sorge, die Panzerfahrzeuge könnten gegen Palästinenser eingesetzt werden, berichtete die israelische Tageszeitung „Haaretz“ nur Stunden bevor der deutsche Bundespräsident Horst Köhler zu einem Besuch eintraf.

Die israelische Armee wolle den Dingo für den Truppentransport und Armeepatrouillen nutzen, vor allem in den Palästinensergebieten, berichtete das Blatt weiter. Um das Geschäft zu erleichtern und finanzielle Rüstungshilfen der USA zu nutzen, soll das US-Unternehmen Textron Inc. die „Dingos“ mit Zustimmung der Bundesregierung fertigen. Aus Deutschland werden nur einige Teile geliefert, wie der Motor. Der Plan sieht weiter vor, dass das israelische Unternehmen Rafael einen Waffenträger anbringt, um im Gefecht verschiedene Maschinengewehre und einen Granatwerfer nutzen zu können.

Zu Wasser sollen zwei weitere U-Boote der „Dolphin“-Klasse die israelische Marine aufrüsten. Drei Stück des Typs hat Israel aus Deutschland bereits bekommen. Israelischen Angaben zufolge sollen die neuen Boote zum Schutz der Küsten eingesetzt werden.

Eine Arbeitsgruppe beider Seiten prüft Möglichkeiten der Finanzierung des Milliardengeschäfts. Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck war bei einem Besuch Mitte vergangenen Jahres dem Vernehmen nach sowohl von dem israelischen Staatspräsidenten Mosche Katzav, als auch von Regierungschef Ariel Scharon auf das U-Boot-Geschäft angesprochen worden.

Die „Jerusalem Post“ berichtete aber, Berlin habe eine weitere Lieferungen abgelehnt, nachdem es Berichte darüber gab, dass Israel diese U-Boote mit Waffen für den Einsatz von Atomsprengköpfen ausgerüstet habe. Internationale Experten haben kontrovers diskutiert, ob dies technisch möglich ist. Nach israelischen Berichten sind solche Bedenken aber inzwischen ausgeräumt.

„Im nächsten Jahr wird sich wegen der politischen Situation mit Deutschland und Europa eine wunderbare Gelegenheit ergeben“, hatte der israelische Marinechef David Ben-Baschat einem Freundeskreis seiner Teilstreitkraft noch im Dezember berichtet. Im israelischen Außenministerium äußerte sich ein ranghoher Mitarbeiter zu Jahresbeginn überzeugt, dass U-Boot-Geschäft sei im Prinzip unter Dach und Fach.

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